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Kräfteverhältnisse beim MotoGP-Auftakt: Das ist nicht die ganze Wahrheit

Aprilia liegt vorne, Ducati hat seine Dominanz eingebüßt und Yamaha fährt hinterher. Lassen sich die MotoGP-Ergebnisse beim Saisonstart im Glutofen Thailand so einfach formulieren? Wir blicken tiefer.

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Immer, wenn sehr heiße Bedingungen herrschen, hat Reifenhersteller Michelin besondere Gummimischungen dabei, damit es die Fahrer über die Renndistanz schaffen. Wie wir in Buriram gesehen haben, gelang das nicht jedem: Wer zu forsch begann oder zu aggressiv fuhr, ging das Risiko ein, dass sein Hinterreifen kollabiert.

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Ich will nicht über Reifen philosophieren, denn sie sind schwarz, rund und von Michelin. Alle Hersteller haben die gleichen zur Verfügung und kennen die Voraussetzungen. Doch wann immer abnormale Bedingungen herrschen, auf dem Chang Circuit heizte sich der Asphalt bis auf 55 Grad Celsius auf, sind außergewöhnlichen Ergebnissen Tür und Tor geöffnet.

Marc Marquez: «Bei KTM war es Acosta»

Ohne seinen Sturz im Sprint hätte Marco Bezzecchi beide Rennen in Thailand in überragender Manier gewonnen. Oder wie es Marc Marquez formulierte: «Wenn du vier Aprilia vorne siehst, dann liegt es an Aprilia. Plus Bezzecchi, er flog das ganze Wochenende und machte nur im Sprint einen Fehler. Bei KTM war es Acosta. Davon abgesehen, sind wir nicht weit weg. Wie die Kräfteverhältnisse wirklich aussehen, kann ich erst in Jerez beantworten.»

Was Marc Marquez über KTM und Acosta sagt, lässt sich auch auf ihn und Ducati anwenden. Ohne den Weltmeister, er schied in der 21. von 26 Runden mit starkem Vorwärtsdrang auf Platz 4 liegend mit zerstörter Felge aus, hatte der Hersteller aus Borgo Panigale im Grand Prix nichts zu bieten. Fabio Di Giannantonio sah als Bester aus dem Sextett die Zielflagge als Sechster – so schlecht war Ducati seit dem 8. November 2020 nicht mehr, dem Grand Prix von Europa in Valencia.

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Pecco Bagnaia sieht ein Krise aufziehen

Pecco Bagnaia sieht nach seinem neunten Platz eine Krise auf Ducati zukommen: «Wir sind nicht mehr die Schnellsten! Aprilia hat einen fantastischen Job gemacht und KTM ist stark, obwohl uns diese Strecke eigentlich sehr gut liegt.»

Möglicherweise lag es aber auch am zweifachen Champion und nicht am Motorrad. Als 15. im Zeittraining verpasste er den direkten Einzug ins Qualifying 2 deutlich. Und auch im Q1 brachte er keine schnelle Runde zusammen, schied als Dritter aus und stand damit auf Startplatz 13. Zusammengefasst waren ihm über das Wochenende Lenovo-Teamkollege Marc Marquez und Di Giannantonio (VR46) deutlich voraus.

Marc Marquez ist nach seiner langen Verletzungspause noch nicht komplett genesen und muss seine körperlichen Einschränkungen mit angepasstem Stil kompensieren. Das führt dazu, dass er «sehr seltsam» fahren muss, wie es der Spanier beschrieb. Marc geht davon aus, dass sich sein Zustand mit jeder Runde verbessert und wir ihn schon bald wieder in Normalform sehen. Niemand muss überrascht sein, wenn er auf dem Circuit Of The Americas in Texas bei den Rennen Ende März ein Feuerwerk zündet.

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KTM mischt mit Pedro Acosta (Sieg und Zweiter) vorne mit, erstmals führt ein KTM-Fahrer die MotoGP-WM an! Während sich Red-Bull-Teamkollege Brad Binder mit den Plätzen 6 und 7 ordentlich schlug, ging das Tech3-Duo Enea Bastianini und Maverick Vinales unter. Nicht nur die Verantwortlichen bei KTM fragen sich, was da schiefläuft.

Honda hatte vor 228.228 Fans (summiert über drei Tage) den Speed für die Top-6, der größte Hersteller konsolidiert seinen Aufwärtstrend.

Sämtliche Stärken der Yamaha sind weg

Ganz anders Yamaha. Mit der Umstellung vom Reihenvierzylinder auf den V-Motor hat die Marke mit den drei Stimmgabeln im Logo – zumindest in der Hitze Südostasiens – erst mal einen Rückschritt gemacht. Der Speed über eine Runde, Fabio Quartararo stand im Vorjahr fünfmal auf Startplatz 1, ist weg, und über die Renndistanz waren die M1-Piloten im Grand Prix auch deutlich langsamer als 2025.

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Ex-Weltmeister Quartararo ist die Verzweiflung nach jeder Session ins Gesicht gemeißelt und Superbike-Gigant Toprak Razgatlioglu fährt nicht nur hinterher, weil er noch Zeit braucht, um sich an die Maschine und die Reifen anzupassen. Rennchef Paolo Pavesio hat in Buriram eingeräumt, dass Yamaha einen sehr steilen Berg zu erklimmen habe und noch monatelange harte Arbeit vor ihnen liege, bis sich der Konzeptwechsel positiv bemerkbar macht – hoffentlich.

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Pos

Fahrer

Fahrer

Team

Start Nr

Runden

Zeit

Bestzeit

Punkte

01

Marco Bezzecchi

Marco Bezzecchi

Aprilia Racing

72

26

39:36,270

1:30,487

25

02

Pedro Acosta

Pedro Acosta

Red Bull KTM Factory Racing

37

26

+5,543

1:30,657

32

03

Raúl Fernández

Raúl Fernández

Trackhouse MotoGP Team

25

26

+9,259

1:30,627

23

04

Jorge Martin

Jorge Martin

Aprilia Racing

89

26

+12,182

1:30,713

18

05

Ai Ogura

Ai Ogura

Trackhouse MotoGP Team

79

26

+12,411

1:31,129

17

06

Fabio Di Giannantonio

Fabio Di Giannantonio

Pertamina Enduro VR46 Racing Team

49

26

+16,845

1:31,016

12

07

Brad Binder

Brad Binder

Red Bull KTM Factory Racing

33

26

+17,363

1:31,088

13

08

Franco Morbidelli

Franco Morbidelli

Pertamina Enduro VR46 Racing Team

21

26

+18,227

1:31,145

8

09

Francesco Bagnaia

Francesco Bagnaia

Ducati Lenovo Team

63

26

+18,340

1:31,050

8

10

Luca Marini

Luca Marini

Honda HRC Castrol

10

26

+19,101

1:31,190

6

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