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Casting, Ausraster, Skandal, F1: So tickt Arjun Maini

Von Andreas Reiners
Arjun Maini

Arjun Maini

GetSpeed steigt in die DTM ein und setzt dabei auf Arjun Maini. Doch wer ist der Inder, der 2021 Geschichte schreiben wird?

Die Sache ist klar: Arjun Maini wird für die DTM-Saison 2021 Geld mitbringen. Das ist üblich, wenn der Einsatz eines Autos in der Traditionsrennserie finanziert werden muss – es gibt schließlich keine Werksunterstützung mehr, die meisten Rennställe müssen das Budget selbst aufbringen.

Hinter Maini steht ein indisches Firmenimperium, die Maini Group, in die Vater und Onkel involviert sind. Dank der finanziellen Unterstützung kann GetSpeed die rund eine Million Euro, die für den Einsatz nötig sind, stemmen. Doch Arjun Maini sitzt nicht nur wegen des Geldes im Auto.

Der 23-Jährige begann seine Rennfahrerkarriere 2006 im Kartsport. 2011 gewann er die indische Juniorenmeisterschaft und nahm an dem Nachwuchswettbewerb ‚One from a Billion‘ des damaligen Formel-1-Rennstalls Force India teil.

Als Sieger erhielt er die Möglichkeit, Kartrennen in Europa zu bestreiten. 2013 wechselte er in den Formelsport und feierte unter anderem in der britischen Formel-4-Meisterschaft Erfolge. Am Ende belegte er mit nur drei Punkten Rückstand auf seinen Teamgefährten und heutigen Formel-1-Fahrer Georg Russell Rang zwei.

Sein Weg führte den heute 23-Jährigen über die Formel-3-Europameisterschaft und die GP3-Serie bis in die FIA Formel-2-Meisterschaft, wo er 2018 und 2019 am Start war. 2017 und 2018 war er zudem Testfahrer für das Formel-1-Team Haas.

2019/2020 bestritt er Rennen in der Asian Le Mans Series, holte einen Sieg in der LMP2-Am-Klasse beim 4-Stunden-Rennen in Shanghai und beendete die Saison auf dem fünften Platz.

Relativ unspektakulär, doch 2018 schrieb Maini gleich zweimal Schlagzeilen. Zum einen, als er im Juni am Funk förmlich ausrastete.

In Le Castellet sagte er während des Sprintrennens am Funk: «Ich schwöre euch, ihr Typen unterstützt mich kein bisschen. Ich mache alles, verf***t nochmal alles, in jeder verf***ten Session. Das könnt ihr mir nicht antun, Leute, ich habe keine Power, wenn ich aus der Kurve komme, warum glaub mir keiner verf***t noch mal?», schimpfte er. Und beendete seine Tirade mit dem Satz: «Ich will in dieser Serie nicht mehr fahren.»

Maini erklärte später bei Autosport seinen verbalen Rundumschlag und sparte auch da nicht mit klaren Worten. Er habe das ganze Wochenende über Motorenprobleme gehabt, war auf der Geraden mit 7 km/h weniger unterwegs als zum Beispiel sein Teamkollege.
«Sie sagen, dass es eine Einheitsserie ist - aber das ist es nicht. Es ist ein Witz, was in dieser Meisterschaft abgeht», meinte er und bestätigte, dass seine Worte an die Serie beziehungsweise die Organisatoren gerichtet waren. «Was kann das Team machen? Sie tun alles. Aber die Organisatoren laufen herum und tun so, als sei alles in Ordnung. Das macht mich sprachlos. Das ist ein Witz», sagte er.

Sein Vorwurf damals: «Sie killen unsere Karrieren, sie zerstören sie, sie spielen damit. Ich hatte ein Problem in Baku, de Vries verlor seine Pole, Alex (Albon) hat immer wieder Probleme. Wir sind beim fünften Rennwochenende, wie können diese Autos so viele Probleme haben? Das Ergebnis an diesem Wochenende lässt mich wie einen Amateur aussehen.»

Kurze Zeit später erneut ein Eklat, als ein Streit zwischen ihm und seinem damaligen Tridnet-Teamkollegen Santino Ferrucci komplett und auf höchst ungewöhnliche Art und Weise eskalierte: Ferrucci war Maini absichtlich ins Auto gefahren, einmal während des Rennens und einmal in der Auslaufrunde. «Irgendetwas stimmt mit dem Gehirn meines Teamkollegen nicht», sagte Maini damals.

Keine Frage: Auf den Mund gefallen ist Maini nicht. Er wird 2021 sowieso Geschichte schreiben, da er der erste Inder sein wird, der in der DTM an den Start geht. Und Geschichten wird er wohl auch wieder schreiben. Beste Unterhaltung dürfte also garantiert sein.


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