MotoGP: KTM-Rennchef über Regelverstoß

Bruno Senna: «Keiner rechnete mit dem Schlimmsten»

Von Petra Wiesmayer
Bruno Senna war noch ein Kind, als sein Onkel Ayrton tödlich verunglückte

Bruno Senna war noch ein Kind, als sein Onkel Ayrton tödlich verunglückte

Am 1. Mai jährt sich der Todestag von Ayrton Senna zum 20. Mal. Sein Neffe Bruno, der selbst von 2010 bis 2012 in der Formel 1 fuhr, erinnert sich, dass niemand in seiner Familie mit dem Schlimmsten rechnete.

Der Grand Prix von San Marino 1994 stand vom ersten Tag an unter keinem guten Stern. Rubens Barrichello kam bei seinem schweren Unfall am Freitag allerdings noch glimpflich davon, beim Qualifying am Samstag schlug das Schicksal dann aber zum ersten Mal zu. Nachdem der Frontflügel an Roland Ratzenbergers Simtek brach, krachte der Österreicher in seinem erst dritten Formel-1-Rennen frontal in die Mauer und verlor sein Leben.

Trotz der Trauer im Fahrerlager sprachen sich die Piloten aber dafür aus, das Rennen am Sonntag auszutragen. In Runde 7 schlug das Schicksal zum zweiten Mal an diesem Wochenende grausam zu. Ayrton Senna lag in Führung, als er in der Tamburello-Kurve von der Strecke abkam und der Williams in die Mauer einschlug. Einige Stunden später wurde der 34-Jährige im Krankenhaus in Bologna für tot erklärt.

Seine Familie erlebte das Rennen am heimischen Fernsehschirm in Brasilien mit, kam aber nie auf die Idee, dass der Unfall tödlich ausgehen könnte. «Für meine Familie und mich fühlt es sich nicht so an, als seien 20 Jahre vergangen. 20 Jahre sind eine lange Zeit, aber sie sind so schnell vergangen. Es fühlt sich vielmehr so an, als sei es erst ein paar Jahre her», sagte Sennas Neffe Bruno im Interview mit News Corp Australia.

«Ich sah es im Fernsehen. Ich habe die Rennen immer im Fernsehen gesehen und als Kind ist es schwerer zu verstehen, denn da denkt man, er springt jetzt aus dem Auto, geht dann für ein paar Tage ins Krankenhaus und wird dann wieder entlassen», erzählte Bruno Senna weiter. Er war damals erst zehn Jahre alt. «Man versteht den Ernst der Situation nicht, man kann nicht mit den Fingern schnippen, wir haben nicht mit dem Schlimmsten gerechnet. Dann kam die Nachricht.»

Das habe das Leben seiner Familie und sein eigenes grundlegend verändert, sagte der 30-Jährige, der seine Rennkarriere nach dem Unfall erst einmal aufgab. Jahre später nahm er sie wieder auf und trat in der Formel 3 und später auch in der Formel 1 an. 2012 fuhr er sogar für das Team, für das sein Onkel 1994 fuhr: Williams.

«Der Tod ist Teil des Lebens, also gingen wir so gut damit um, wie wir konnten. Das Leben ging weiter, aber es passierte viel», fuhr Bruno Senna fort. «Es ist zwar schlimm, wenn man das sagen muss, aber sein Tod half, die Sicherheit im Sport sehr schnell zu verbessern. Durch die Regeln wurden die Autos immer sicherer und auch die Rennstrecken sind heute viel sicherer, als sie es damals waren. Vielleicht gibt es noch eine Handvoll, die noch etwas gefährlicher sind, aber im allgemeinen ist der Sicherheitsstandard sehr hoch.»

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