Peter Öttl (Intact GP): «Fahrer macht 70 Prozent aus»
Für Peter Öttl ist in der Moto3-WM der Fahrer der entscheidende Faktor
In der Moto3-WM gibt es derzeit mit KTM und Honda nur zwei Motorradhersteller. In der Saison 2024 erwiesen sich die Fahrer auf den österreichischen Bikes als die Stärkeren – auf den ersten fünf Plätzen in der Gesamtwertung landeten ausschließlich KTM-Piloten.
Dabei trat der Hersteller aus Mattighofen mit einer großen Markenvielfalt in der kleinsten Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft an. Nach David Alonso (CFMOTO), Daniel Holgado (GASGAS), Collin Veijer (Husqvarna), Ivan Ortola (KTM) und David Munoz (KTM) war Adrian Fernandez als Sechster bester Honda-Fahrer. Teamkollege Angel Piqueras wurde Achter.
In der Moto3-Saison 2025 sind, wie im Vorjahr, 16 Fahrer auf KTM unterwegs, 10 vertrauen auf Honda. Intact-GP-Teammanager Peter Öttl glaubt, dass der Hauptunterschied nicht bei den Maschinen, sondern bei den Fahrern liegt. «Beide Marken sind sehr ausgeglichen. Es hängt viel am Fahrer und am Team, was sie daraus machen», ist sich der 59-Jährige sicher. «Für mich macht der Fahrer 70 Prozent aus, die restlichen 30 Prozent sind sehr viel Arbeit, die das Team leisten muss – mehr können wir als Team nicht beisteuern. Den Hauptfaktor trägt der Fahrer.»
Das Intact-GP-Team ist in diesem Jahr in der Moto3-WM in den KTM-Farben unterwegs – als im Sommer 2024 in Mattighofen die Entscheidung gefallen war, die Marke Husqvarna aus dem Fahrerlager der Motorrad-Straßenweltmeisterschaft abzuziehen, musste sich die deutsche Truppe einen neuen Look einfallen lassen. Anstatt Blau und Weiß dominieren jetzt die Farben Schwarz und Silber. Das Team aus Memmingen ist zudem mit zwei neuen Fahrern am Start. Mit dem Spanier David Munoz konnte man sich die Dienste des WM-Fünften der letzten Saison sichern. Sein Teamkollege ist der Rookie Guido Pini, der 2024 in der JuniorGP-Kategorie den Vizetitel holte. Beim Moto3-Test in Jerez stellte Munoz seinen Speed mit einer Rekordrunde an Tag 2 unter Beweis. Der 17-jährige Pini konnte sich kontinuierlich steigern – er gab in Südspanien sein Debüt auf dem Moto3-Bike, nachdem er sich im Dezember beim Offroad-Training beide Beine brach und den Test in Portimao noch auslassen musste.
Bereits in der Junioren-WM war Pini auf KTM unterwegs – allerdings mit dem 2023er-Modell der KTM RC250GP. Bei Intact GP hat der Moto3-Neuling das aktuelle 2024er-Bike aus Mattighofen zur Verfügung. «Der Unterschied ist sehr groß. Es ist ein komplett anderer Rahmen, das Fahrverhalten ist gravierend anders – in eine positive Richtung», erklärte Öttl. «KTM hat hier einen großen Schritt gemacht und das Motorrad erleichtert dem Fahrer, schnell zu sein. Natürlich müssen es unsere Fahrer zuerst richtig kennenlernen, damit sie das auch nutzen können.»