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Abu Dhabi Desert Challenge: Al-Attiyah triumphiert

Von Martin Gruhler
Nasser Al-Attiyah holt sich zusammen mit seinem Co-Piloten Edouard Boulanger bei der Dakar-Revanche den Sieg und sichert Dacia zugleich den ersten Saisonerfolg im World Rallye Raid Championship.

Al-Attiyah übernimmt somit auch die WM-Zwischenwertung. Bei der Dakar in Saudi Arabien war vor einem Monat der Katari noch mit Platz vier nur knapp am Podium vorbei gefahren. Beim zweiten WM-Lauf konnte der nun fünffache Abu Dhabi Desert Challenge-Sieger nun erfolgreich kontern.

«Unser Ziel war es hier bei der ADDC zu gewinnen. Es ist einfach großartig, dass dies mit Dacia nun gelungen ist», freute sich der «Prinz der Dünen» über seinen Erfolg. Über den Gesamtsieg des Dacia Sandrider-Duos zeigten sich auch die Dacia-Verantwortlichen mit Teammangerin Tiphanie Isnard und Technikdirektor Philip Dunabin sowie Alpine Motorsport-Chef Bruno Famin, der jetzt beim WEC-Auftakt der Le Mans-Protoypen in Qatar weilt, sehr zufrieden und glücklich..

Die Rallye war bis zum Ende offen gewesen. Die Rallye über insgesamt 1920 Kilometer gestaltete sich bis zum Finaltag hinein als extrem spannend, denn gerade nur 41 Sekunden trennten den katarischen Fahrer gerde von Lucas Moraes/Armand Monleon in ihrem Toyota Hilux des Teams Gazoo Racing.

Am Ende hatte Al-Attiyah die Nase vorn. «Wir haben von Anfang an attackiert», erklärte der der routinierte Wüstenfuchs. «Eigentlich war schon der Sieg beim Prolog für den Sieg entscheidend, da wir dadurch unsere Startposition für Etappe 1 bestimmen konnten. Schließlich hat aber wohl die Marathonetappe den Ausschlag gegeben. Wir konnten uns einen kleinen Vorsprung erarbeiten und diesen nutzen, um uns den Sieg schließlich zu sichern. Trotzdem mussten wir auch auf der letzten Etappe, der 167 Kilometer langen Zeitfahrstrecke von Mezeer'ah nach Abu Dhabi, voll auf Angriff fahren. Ich freue mich für das Team. Es tut mir leid für Seb [Loeb], der leider vorzeitig ausscheiden musste. Die Abu Dhabi Desert Challenge ist eine Rallye, die ich sehr genieße.Die Wertungsprüfungen sind zermürbend und erfordern viel Konzentration, weil die Dünen in dieser Gegend besonders unberechenbar sind».

Moraes im Toyota puschte permanent, musste sich dann aber mit dem zweiten Platz begnügen, gerade 2.28 Minuten hinter dem Sieger.

«Wir hatten uns mehr vorgenommen, aber ich bin zufrieden. Wir haben alles gegeben», kommentierte der Brasilianer mit glitzernden Augen. «Es war trotzdem ein toller Kampf mit Nasser und eine spannende Show für alle Rallye-Fans. Ich bin dem Team dankbar, dass es ein so konkurrenzfähiges Auto zur Verfügung gestellt und einfach hervorragende Arbeit geleistet hat. Die wichtigste Lektion, die ich von hier mitnehme, ist es niemals aufzugeben».

Der Amerikaner Seth Quintero komplettierte zusammen mit seinem deutschen Copiloten Dennis Zenz (Toyota Gazoo Racing, das Podium. Seit seinem Debüt in der Rallye-Raid-Szene kommt Quintero immer besser in Schwung. Mit der zunehmenden Erfahrung hat er seine Navigationsfähigkeiten verbessert und die Herangehensweise an die Rennen geändert: «Ich habe gelernt, langsamer zu fahren und die Rallyes besser zu planen», sagte das aufstrebende Talent. «Ich freue mich für das Team: ein zweiter und ein dritter Platz sind ein tolles Ergebnis und wertvolle Punkte für die Meisterschaft».

Dakar-Sieger Yazeed Al-Rajhi, der als Meisterschaftsführender angereist war, erklärte, dass er von Anfang an ein kluges Rennen fahren wollte, ohne zu viele Risiken einzugehen: «Auf diesem schwieirgen Terrain ist es leichter zu verlieren als zu gewinnen“. Er zog sein auf Sicherheit ausgelegtes Tempo durch, doch blieb der Toyota Overdrive-Fahrer zusammen mit seinem deutschen Beifahrer Timo Gottschalk am letzten Tag, sinniger Weise nach 13 Kilometern, wegen eines Motorschadens liegen. Für das Duo lief es von anfang an nicht so recht glücklich, dann kam auch noch Pech dazu. Statt des möglichen vierten Platzes gab es nun einen Nahezu-"Nuller" verbunden mit dem Verlust der WM-Führung.

Dacia-Pilot Sebastien Loeb zusammen mit Navigator Fabian Lurquin hatte am ersten Zwischenkontrollpunkt der Marathon-Etappe die Bestzeit sich noch notieren lassen können, als er gerade einen Kilometer weiter sich überschlug und die Rallye aufgeben musste. Der Elsässer, der am gleichen Tag seinen 51. Geburtstag feierte, erläuterte dazu: «Wir starteten mit einem guten Tempo und führten. Da wir einen Wendepunkt um gerade zehn Meter, wie weitere Konkurrenten verpassten, mussten wir umkehren. Wir fuhren dabei in unsere selbst verursachte Staubwolke hinein und kollidierten mit einer kleinen Düne was zu einer Fassrolle von vorne führte. Es tut mir wirklich leid für das ganze Team».

Ford Raptor-Pilot Mattias Ekström musste wegen gesundheitlicher Probleme nach der zweiten Etappe aufgeben.

Die fünfte Etappe wird auch durch den Sieg von Dania Akeel in der Challenger-Kategorie in Erinnerung bleiben. Akeel holte ihren ersten Sieg in der W2RC, der zugleich dier erste einer Frau seit der Einführung der Weltmeisterschaft im Jahr 2022 ist.

Der Rallyeklassiker war 1991 unter Federführung vom heutigen FIA-Präsidenten Mohammed Ben Sulayem erstmals organisiert worden.

Al-Attiyah ist mit 91 Punkten der neue Führende der Weltmeisterschaft. Der Dakar-Sieger Al-Rajhi (Overdrive Racing) liegt an zweitger Stelle mit 72 Punkten, während Moraes und Quintero (Toyota Gazoo Racing) in der Gesamtwertung gehörig in der Tabelle nach oben kletterten. Der Brasilianer liegt mit 59 Punkten nun zwei Zähler vor dem US-Wüstencowboy..

Mit den zwei Podiumsplätzen festigte Toyota seine Position in der Herstellerwertung mit 221 Punkten gegenüber Dacia mit 153 und Ford M-Sport mit 137..

 

Ergebnis: Abu Dhabi Desert Challenge 2025

1. Al-Attiya/Boulanger, Dacia 2:04,25 h
2. Morares/Monleon, Toyota + 1.47 min
3. Quintero/Zenz, Toyota + 4.34 min
4. Yacopini/Olivera, Toyota + 5.02 min
5. Variawa/Cazalet, Toyota +5.03 min
6. Guthrie/Walch, Ford + 5.28 min
7. Botterill/Murphy Toyota + 5.45 min
8. SeaidanMetge, Taurus, +7.35 min
9. Krotov/Zhiltsov, Toyota + 9.23 min
10. Prokop/Chytka, Ford +12.10 min

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