Reifen: Roulette in Barcelona?
Pirelli legt weiterhin wert auf Unterhaltung
Jetzt wird es interessant. Und natürlich, wie sollte es anders sein, wegen der Reifen.
Denn Pirelli, Alleinausrüster seit Anfang 2011, bringt zum GP Spanien am kommenden Wochenende erstmals in diesem Jahr zwei Mischungen zur Auswahl, zwischen denen eine ganze Komponente fehlt.
Das heisst: Die Teams können am Wochenende beim fünften WM-Lauf in Barcelona zwischen der weichen (gelbe Kennzeichnung) und der harten Mischung (silbern) wählen. Die vom Härte- und Haftungsgrad dazwischen liegende Mischung (Medium) wird nicht angeboten.
Das bedeutet, dass die Charakteristik der beiden zur Verfügung stehenden Varianten so verschieden voneinander sein dürfte, dass die Teams sich für völlig unterschiedliche taktische Varianten entscheiden (können).
Barcelona ist mit seinen schnellen Kurven, enormen Querbeschleunigungskräften und Beschleunigungspassagen, mit 16 (vorwiegend rechts herum führenden) Kurven bekannt für seinen Reifen mordenden Charakter. Besonders der linke Vorderreifen leistet hier Schwerstarbeit.
Wenn nun nur harte und weiche Reifenmischungen angeboten werden, spekulieren Experten, liegt zwischen zwei und vier Boxenstopps im Rennen alles drin.
Laut Pirelli müssen auch die Hinterräder wegen der Traktions-Passagen der katalanischen Strecke Schwerstarbeit leisten. Wir dürfen also wetten, welche Pneus zuerst schlapp machen. Besonders Kurve 3 mit 3.9 g (g=Erdbeschleunigung) und die Anbremszone für Kurve 10 (5,09 g Verzögerungswert) werden als Belastungstest für die Gummis angeführt.
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