MotoGP: Pedro Acosta über seine Ansprüche

Wie Elias Stapel (KTM) die MX Masters aufmischte

Von Thoralf Abgarjan
Elias Stapel kämpfte in Reutlingen gegen MXGP-WM-Starter Tom Koch

Elias Stapel kämpfte in Reutlingen gegen MXGP-WM-Starter Tom Koch

Ein wie entfesselt fahrender Elias Stapel (KTM) beeindruckte in Reutlingen alle Experten. Der Wildcard-Pilot beendete den zweiten Lauf auf Platz 5 und fiel im dritten Lauf auf Rang 8 liegend in der letzten Runde aus.

Schon nach dem Zeittraining tauchte mit einer Rundenzeit von 1:545 Min. ein Pilot auf Platz 2 auf, den bisher niemand auf dem Zettel hatte: Startnummer 898, Elias Stapel. Zum Vergleich: Polesetter Jordi Tixier brannte in Gruppe A die Bestzeit von 1:531 in den Boden, die Bestzeit von Max Nagl am Vormittag betrug 1:549 Min.

Was zunächst wie ein Zeitnahmefehler aussah, entpuppte sich spätestens nach dem Start zum ersten Lauf als belastbare Realität: Der Wildcard-Pilot mit der Startnummer 898, Lokalmatador Elias Stapel (KTM), startete direkt zwischen Nagl und Tixier, scrubbte über die ersten Hügel und zeigte keinerlei Respekt vor großen Namen: Er scheute sich nicht einmal, an Max Nagl vorbeizugehen, nahm über die Außenlinien immer wieder Schwung mit und kämpfte rundenlang in der Spitzengruppe. Am Ende ließen seine Kräfte zwar etwas nach, aber Platz 7 im ersten Lauf war in dem international hochkarätig besetzten Feld mehr als ein Achtungserfolg eines Außenseiters.

Wer nun glaubte, dieser wilde Samstagsritt war nur eine Eintagsfliege, sah sich bereits am Sonntag getäuscht. Stapel startete erneut gut in den zweiten Lauf vor Tabellenführer und Ex-Weltmeister Tixier und zog zunächst an Masters-Routinier Jeremy Delincé und später auch an Tom Koch vorbei auf Rang 2. Streckensprecher Thomas Deitenbach war außer sich: «Leute, was ist denn hier los! Wahnsinn, der Lokalmatador, der Wildcard-Pilot, fährt auf der dritten Position!»

Eine Runde später attackierte Stapel weiter. Er zog die 180-Grad-Steilwand vor dem Abwärtssprung mit Vollgas durch und sprang mit einem unglaublichen Satz an Koch vorbei auf Rang 2. «Koch wird auch irgendwie gedacht haben, ich bin hier im falschen Film», meinte Deitenbach. «Das war einfach ein sensationeller Move von Stapel!»

Der Lokalmatador musste sich am Ende nur Delincé geschlagen geben und beendete den zweiten Lauf sensationell auf Rang 5, was zugleich sein bestes Karriereergebnis markierte.

Spätestens im dritten Lauf am Sonntagnachmittag glaubte jeder, dass die Batterien des Lokalmatadors nach diesen beiden Vorstellungen endgültig verbraucht sind. Aber Fehlanzeige: Erneut zog der 23-Jährige voll durch und startete unter den Top-5: «Und da sehen wir ihn schon wieder», rief Deitenbach den Zuschauern zu. «Elias Stapel macht jetzt Jagd auf Jeremy Delincé. Unglaublich, was dieser Elias Stapel an diesem Wochenende hier abliefert.»

Als die letzte Runde des Rennens angezeigt wurde, lag Stapel immer noch auf Rang 8, doch der Lokalmatador fehlte plötzlich im Feld. Stapel schob sein Motorrad enttäuscht auf Platz 21 über die Ziellinie. Was war geschehen? «Mir ist der Sprit ausgegangen», erklärte Elias Stapel gegenüber SPEEDWEEK.com. «Wahrscheinlich ist der Tank gerissen, sodass ich Treibstoff verloren habe. Wir müssen das noch genauer untersuchen.»

Somit blieb der Student im dritten Rennen zwar ohne Punkte, hatte sich aber in die Herzen der Zuschauer gefahren. Wie Elias Stapel zum Motocross kam, welche Bedeutung seine Startnummer hat und welche Pläne er für die Zukunft verfolgt, erzählte Stapel im exklusiven Interview mit SPEEDWEEK.com.

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