Formel 1: Max Verstappen ist baff

Max Verstappen nach Suzuka-Pole baff: «Nie erwartet»

Von Mathias Brunner
Max Verstappen

Max Verstappen

​Formel-1-Weltmeister Max Verstappen hat im Abschlusstraining zum Grossen Preis von Japan überraschend die Bestzeit erzielt und damit seine vierte Pole in Folge in Suzuka. Der Niederländer ist baff.

Red Bull Racing-Star Max Verstappen hat sich für den Traditions-GP von Japan die beste Ausgangslage erarbeitet: Der 27-jährige Niederländer hat in Suzuka die beiden favorisierten McLaren-Fahrer überrumpelt.

Wie wichtig ist die Pole in Suzuka? 29 von 34 Rennen sind bislang aus der ersten Startreihe gewonnen worden, 18 Mal fuhr der spätere Sieger von Pole-Position los, 11 Mal vom zweiten Startplatz.

Für Verstappen ist dies die 41. Pole in der Königsklasse, seine erste seit Österreich 2024, seine vierte in Folge auf der Suzuka-Rennstrecke. Für seinen Rennstall Red Bull Racng ist es die 104. Pole-Position in der Formel 1 und die neunte beim Grossen Preis von Japan.

Verstappen ist sichtlich aufgekratzt: «Ganz ehrlich, das kam ein wenig überraschend. Klar versuchen wir immer, das Beste aus dem Wagen zu holen, aber die Fahrzeugbalance war nicht die einfachst.»

Max hat sein Auto auf mehr Top-Speed getrimmt, also mit flacher gestelltem Heckflügel als etwa sein RBR-Teamgefährte Yuki Tsunoda. Damit war er auf den Geraden schneller, und das wird im auch im Rennen helfen.

Verstappen weiter: «Wir haben es in jedem Teil geschafft, den Wagen ein wenig schneller zu machen, meine letzte Runde war vielleicht die beste, die ich hier je gefahren bin. Das erzeugt ein irrsinniges Glücksgefühl, vor allem im ersten Pistenteil, der mit frisch asphaltierter Bahn reichlich Haftung bietet.»

Welche Chancen rechnet sich der vierfache Weltmeister fürs REennen aus? Max: «Wir wissen noch nicht, was das Wetter macht, es ist davon die Rede, dass es wohl regnen könnte. Also ist das alles komplett unberechenbar. Ich lass es auf mich zukommen und halte mich an meinem Fahrplan – aus jedem Einsatz das Beste machen.»

So lief die Quali

Bei 15 Grad Lufttemperatur (markant weniger warm als am Freitag), die Bahn 35 Grad warm, begann das erste Quali-Segment von 18 Minuten Länge.

Lewis Hamilton versuchte im Ferrari mit mittelharten Reifen sein Glück, um vielleicht einen Satz weicher Reifen sparen zu können. Alle anderen Piloten waren mit den weichen Walzen auf der Bahn.

Yuki Tsunoda fuhr mit einem Heckflügel, steiler gestellt als am Rennwagen von Max Verstappen; dies, um dem Japaner mehr Stabilität am Heck zu verschaffen.

Piastri vor Norris, wie erwartet, Verstappen mit dem ersten Reifensatz Dritter, vor Leclerc und Tsunoda. Dann schob sich George Russell im Mercedes (von dem Norris/Piastri am Freitag gewarnt hatten) auf P2.

Verstappen beklagte sich über einen untersteuernden Wagen, zu wenig Grip an der Vorderachse, etwas, das der vierfache Weltmeister gar nicht mag.

Racing Bulls-Fahrer Isack Hadjar beklagte sich über «das gleiche Problem wie im freien Training», also über nicht ideal sitzende Sicherheitsgurte im Lendenbereich. Der Pariser brachte den Wagen an die Box zurück.

Stand: Norris, Leclerc (neu auf P2), Piastri, Russell, Bearman (im Haas, oho!), Hamilton, Verstappen. Die ersten 20 innerhalb von 1,426 Sekunden.

Als die 18 Minuten um waren, hatten diese Piloten vorzeitig Feierabend: Nico Hülkenberg als 16. (dem nur 16 Tausendstel auf den rettenden P15 fehlten), dann Bortoleto, Ocon, Doohan und Stroll. Der Kanadier Stroll war im letzten Versuch neben die Bahn geraten, Hülkenberg monierte eine unzulängliche Reifenvorbereitung und hatte ebenfalls ein paar Schnitzer drin.

Top-Ten nach Q1: Piastri, Russell, Norris, Leclerc, Hamilton, Verstappen, Tsunoda, Antonelli, Gasly, Sainz.

Im zweiten Quali-Segment (15 Minuten lang) Verstappen mit einem nervösen Auto zunächst vorne, gefolgt von den Ferrari von Hamilton und Leclerc (die Roten mit gebrauchten Walzen), aber dann fast vier Zehntel hinter Norris, aber vor Piastri, der in der Degner-Kurve drei Zehntel verlor wegen eines Fahrfehlers. Dann Russell neu auf P2, Reihenfolge also – Norris, Russell, Verstappen, Piastri, Albon, Hamilton und Leclerc.

Dann rote Flagge, mit acht Minuten Restzeit auf der Uhr: wieder eine Rasenfläche im Brand, so wie mehrfach in den freien Trainings, dieses Mal an der Innenseite der Linkskurve 130R. Die Streckenposten rückten mit Feuerlöschern aus. Nach acht Minuten Pause ging es weiter mit Q2.

Leclerc schob sich vor Hamilton, aber auch der Monegasse fast eine halbe Sekunde hinter Leader Norris. Als die karierte Flagge gezeigt wurde, mussten diese Fahrer aufhören: Gasly auf P11, dann Sainz, Alonso, Lawson (damit vor …), Tsunoda.

Top-Ten: Norris, Russell, Verstappen, Piastri, Leclerc, Hamilton, Antonelli, Bearman, Hadjar und Albon.

Als es in Q3 um die Pole-Position ging, setzte sich Russell zunächst an die Spitze, dann war Verstappen 40 Tausendstelsekunden schneller, bevor Piastri die Spitze übernahm, Norris nur auf P4, dann rückte Leclerc auf den dritten Rang vor, WM-Leader Norris damit nur noch Fünfter. Die Wiederholung zeigte, dass Lando in Kurve 7 zu weit neben die Ideallinie ging und vom Gas gehen musste. Hamilton hatte einen üblen Quersteher in der ersten Degner-Kurve.

Mit dem letzten Reifensatz, alle Piloten auf neuen, weichen, rot markierten Pirelli-Reifen, hatte Russell in der ersten Kurve schon einen Fehler, das kostete die Chance auf Pole.

Norris setzte sich vor seinen McLaren-Stallgefährten Piastri, dann aber Verstappen mit einer Wunderrunde vor den beiden McLaren – wow!

Qualifying, Japan

01. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, 1:26,983 min
02. Lando Norris (GB), McLaren, 1:26,995
03. Oscar Piastri (AUS), McLaren, 1:27,027
04. Charles Leclerc (MC), Ferrari, 1:27,299
05. George Russell (GB), Mercedes, 1:27,318
06. Kimi Antonelli (I), Mercedes, 1:27,555
07. Isack Hadjar (F), Racing Bulls, 1:27,569
08. Lewis Hamilton (GB), Ferrari, 1:27,610
09. Alex Albon (T), Williams, 1:27,615
10. Oliver Bearman (GB), Haas, 1:27,867
11. Pierre Gasly (F), Alpine, 1:27,822
12. Carlos Sainz (E), Williams, 1:27,836
13. Fernando Alonso (E), Aston Martin, 1:27,897
14. Liam Lawson (NZ), Racing Bulls, 1:27,906
15. Yuki Tsunoda (J), Red Bull Racing, 1:28,000
16. Nico Hülkenberg (D), Sauber, 1:28,570
17. Gabriel Bortoleto (BR), Sauber, 1:28,622
18. Esteban Ocon (F), Haas, 1:28,696
19. Jack Doohan (AUS), Alpine, 1:28,877
20. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, 1:29,271

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