Andrea Bonacorsi über sein MXGP-Podium mit Fantic

Andrea Bonacorsi ist erst 21 Jahre alt.
Mit nur 21 Jahren gehört Andrea Bonacorsi in der MXGP-Premiumklasse zur jüngeren Fahrergeneration. 2020 gewann der Italiener mit der Zweitakt-Fantic XX125 die EMX125 Europameisterschaften und in Cozar stand er das erste Mal in seinem Leben auf dem MXGP-Podium. Grund genug, sich mit dem Italiener über seine Erfahrungen in der Topliga des Motocross zu unterhalten.
Du hast in Cózar dein erstes MXGP-Podium eingefahren und mit deinem Teamkollegen Glenn Coldenhoff für Fantic Geschichte geschrieben. Wie fühlt es sich das an?
Es ist ein Moment, von dem du seit der Kindheit träumst. Du arbeitest jeden Tag, um dieses Ziel zu erreichen. Es war ein unbeschreibliches Gefühl. Mit Fantic macht es das aber noch spezieller. Im Jahr 2020 habe ich meinen ersten EMX-Titel mit Fantic gewonnen, also bedeutet es viel, zu diesem Hersteller zurückzukehren und mein erstes MXGP-Podium auf dieser Marke einzufahren. Es war ja erst die zweite WM-Runde und das ist wirklich ein positives Zeichen. Es gibt so viele starke Fahrer hier. Die MXGP ist eine unglaublich harte Klasse, daher war dieser Podiumserfolg eine erstaunliche Leistung. Dieser Erfolg gibt uns viel Energie, um uns weiterzuentwickeln.
Fantic startet als italienischer Hersteller mit einem italienischen Fahrer. Macht das einen Unterschied?
Es sind die Menschen, die den Unterschied machen - nicht nur die Italiener, sondern das ganze Team, das allerdings in den Niederlanden ansässig ist. Sie alle geben mir ein gutes Gefühl und geben mir viel Selbstvertrauen. Wir arbeiten gut zusammen und ihre Denkweise hilft mir auch auf der Strecke. Das ist genau das, was ich als Fahrer brauche: Zu wissen, dass ich in einem der besten Teams bin und eines der besten Motorräder im Fahrerlager habe.
Apropos Fantic XXF 450: Du hast dich vom ersten Test an auf dem Motorrad wohl gefühlt. Seitdem scheint es weitere Fortschritte gegeben zu haben.
Ja. Es sind vor allem viele kleinere Schritte, weil die Basis schon von Anfang an wirklich gut war. Später sucht man nach Optionen, die dem eigenen Fahrstil noch besser entsprechen. Wir arbeiten gerade an feineren Anpassungen, um die Details weiter zu verbessern.
Mit Glenn Coldenhoff und Brian Bogers hast du im Fantic Factory Racing MXGP-Team zwei erfahrene Teamkollegen. Kevin Strijbos ist euer Teamtrainer. Wie gestaltet sich die Arbeit mit ihnen?
Es herrscht eine wirklich gute Atmosphäre. Ich war in unterschiedlichen Teams und besonders bei MXGP-Teams gibt es es auch viele Rivalitäten zwischen den Fahrern. Aber hier reden wir miteinander, lachen, scherzen und helfen uns auch gegenseitig. Da ich der Jüngere bin, lerne ich natürlich viel von ihnen, da sie sehr viel Erfahrung haben. Aber am Ende können wir alle etwas lernen, indem wir zusammenarbeiten.
Du bist erst 21 Jahre alt und kämpfst bereits mit den Top-Jungs in der Premiumklasse, aber in Wahrheit ist dein EMX125-Titel mit Fantic im Jahre 2020 gar nicht so lange her.
Wenn man darüber nachdenkt, relativiert man die Dinge. Glenn debütierte im Jahre 2007, als ich gerade einmal vier Jahre alt war. Seine Erfahrung macht einen großen Unterschied in der MXGP. Die Jungs an der Spitze sind normalerweise auch die, mit der meisten Erfahrung. Als jüngerer Fahrer bereits ein Podium in der Tasche zu haben, gibt mir viel Selbstvertrauen. Ich bin jung, aber ich versuche immer, so schnell und so viel wie möglich zu lernen.
Als ich in der EMX125-Klasse Rennen fuhr, ging es eigentlich nur um Spaß. Direkt danach zog ich in die Niederlande. Von diesem Zeitpunkt an änderte sich alles. Es waren Jahre harter Arbeit und jetzt beginnt sich alles nach und nach auszuzahlen. Was sich aber nie ändert, ist die Leidenschaft für den Sport - etwas, das man bei Fantic wirklich spüren kann. Die Emotionen des Teams nach unserem Doppelpodium in Spanien haben das eindrucksvoll gezeigt. Es war wirklich etwas Besonderes, mein erstes MXGP-Podium mit Fantic zu holen. Hier begann für mich im Jahr 2020 alles und jetzt hat ein neues Kapitel in der MXGP begonnen. Wir stehen erst am Anfang und wir haben bereits jetzt ein Podium geholt.
Hat dieses Ergebnis deine Erwartungen für die Saison verändert?
Nein, nicht wirklich. Ich weiß jetzt, dass wir es schaffen können und dass wir auf das Podium kommen können. Geistig ist es ein Schritt nach vorne, aber ansonsten bleibt der Ansatz gleich: Ruhig bleiben und Erfahrung sammeln. Mit dieser Erfahrung können wir es wieder aufs Podium schaffen. Das ist der aufregende Teil, vor allem mit den beiden bevorstehenden Rennen in Italien. Ich kann es kaum erwarten, zu Hause Rennen zu fahren!