Ducati stellt Serienmodell der Desmo450 MX vor
In der italienischen Meisterschaft konnte Ducati-Testfahrer Alessandro Lupino mit der brandneuen Desmo450 MX im letzten Jahr den Titel holen. 2025 nimmt Ducati mit dem Bike in der MXGP-WM teil. Nun kommt das Serienmotorrad auf den Markt. Wie SPEEDWEEK.com bereits am 10. März berichtete, wird die Ducati Desmo450 MX im Juni 2025 an ausgewählte europäische Händler ausgeliefert. Die «Offroad-Duc» kann zum stolzen Preis von 12.490 Euro erworben werden.
Die Präsentation der Desmo450 MX fand am 3. April unter dem wohlklingenden Titel «Ducati World Premiere 2026 – Episode 1: The Dawn of a new Era» auf der Ducati-Website und dem offiziellen YouTube-Kanal statt. In dieser Serie werden seit einigen Jahren nacheinander die jeweiligen Neuerscheinungen aus Borgo Panigale online vorgestellt. In dem emotionalen Video wird unter anderem auf die ereignisreiche Motocross-Premiere in der italienischen Meisterschaft zurückgeblickt. Ducati-CEO Claudio Domenicali erklärt, weshalb sich der Hersteller aus Borgo Panigale dazu entschlossen hat, in den Motocross-Sport einzusteigen. Davide Perni, Off-Road R&D Director bei Ducati, geht auf die Entwicklung der Desmo450 MX ein. Auch die Testfahrer Tony Cairoli und Alessandro Lupino kommen im Video zu Wort. Zudem wird in dem informativen Clip das neue Bike bis ins Detail erklärt – für alle Ducatisti und Motocross-Fans sehr aufschlussreich.
Zu den Leistungsdaten: Ducati gibt für den Motor mit Ducati-typischer desmodromischer Ventilsteuerung 63,5 PS bei 9.400 U/min an. Das maximale Drehmoment von 53,5 Nm liegt bei 7.500 U/min an – 70 Prozent davon sollen bereits bei 4.200 U/min zur Verfügung stehen. Das Gewicht des Bikes liegt bei 104,8 kg. Die Sitzhöhe wird mit 970 mm angegeben. Ein Ölservice muss alle 15 Betriebsstunden durchgeführt werden.
«In den letzten 18 Monaten haben mich viele Leute gefragt, warum Ducati sich entschlossen hat, in die Welt der professionellen Offroad-Rennen einzusteigen. Die Antwort ist einfach: Ducati ist ein gesundes Unternehmen, das Ressourcen generiert und daher die Möglichkeit hat, zu wachsen, indem es sich einem neuen Segment von Enthusiasten öffnet», meint Claudio Domenicali. «Wir haben uns umgeschaut und nach den Alleinstellungsmerkmalen unserer Unternehmenskultur gesucht. Dabei haben wir das gefunden, was Ducati meiner Meinung nach wie vielleicht kein anderes Unternehmen auszeichnet: die Nähe zwischen der Welt des Rennsports und der Welt der Serienmotorräder. Und gleichzeitig zu entdecken, dass wir mit den vielen Offroad-Enthusiasten in den verschiedenen Abteilungen eine unglaubliche Ressource in uns haben. All dies hat es uns ermöglicht, heute die Desmo450 MX zu präsentieren: ein einfaches, leistungsstarkes Motorrad, für Amateure und Profis gleichermaßen, das wir durch sportliche Aktivitäten auf höchstem Niveau ständig weiterentwickeln und dank eines Vertriebsnetzes, das die Sprache der Motocross-Enthusiasten spricht und all ihre Bedürfnisse wirklich versteht, unterstützen werden.»
Die 450er-Ducati siedelt sich im oberen Preissegment der käuflichen 450er-Motocross-Motorräder an. Die drei japanischen Hersteller Honda, Kawasaki und Yamaha sind 1500 bis 2000 Euro günstiger, die seit Jahren nicht mehr umfassend weiterentwickelte Suzuki RM-Z gibt’s zum Sonderpreis von 9100 Euro. Im Vergleich mit der preislichen Oberklasse aus europäischer Produktion legt man auf eine KTM oder Husqvarna nochmals 300 bzw. 200 Euro drauf. Bei Neueinsteiger Triumph bekommt man das Sondermodell TF450-RC um 11.795 Euro.
In der MXGP-WM sind in dieser Saison die beiden Werksfahrer Mattia Guadagnini und Jeremy Seewer im Team Maddii-Racing mit der Desmo450 MX am Start. Nach 3 von 20 Grands Prix rangiert Guadagnini mit 84 Punkten auf WM-Rang 7. Teamkollege Seewer holte in den ersten 3 WM-Events 58 Zähler und rangiert auf Platz 11 der WM-Tabelle. In der letzten Woche stürzte Guadagnini beim Training auf Sardinien, wo am kommenden Wochenende auch das nächste Rennwochenende stattfindet. Bei seinem Crash brach sich der Italiener sechs Rippen. Wie lange er ausfallen wird, ist im Moment noch ungewiss – als bereits fix gilt, dass er bei den Events in Sardinien und auch Arco Mitte April nicht am Start sein wird.