Ana Carrasco: «Halte MotoGP-Teilnahme für möglich»
Ana Carrasco
Ana Carrascos Titelgewinn in der Supersport-WM 300 hat es weltweit in Zeitungen, Magazine und auf Websites geschafft, die normalerweise nicht über Motorradrennsport berichten. Aber eine Frau, die es allen Männern in ihrer Klasse gezeigt hat, ist eine Geschichte wert. Dass die 22-jährige Spanierin äußerst adrett, charmant und nicht auf den Mund gefallen ist, trägt zu ihrer Beliebtheit bei.
Dass der Titel kein Zufallsprodukt war, wie damals einige Gegner mutmaßten, stellte sie mit Gesamtrang 3 im vergangenen Jahr unter Beweis. Inzwischen hat Carrasco in der kleinsten SBK-Klasse fünf Rennen gewonnen und preschte mit ihrer Kawasaki Ninja achtmal aufs Podium.
«Ich weiß nicht, wann eine Frau in der Lage sein wird, in der MotoGP-Klasse zu gewinnen», grübelte Carrasco. «Aber ich hoffe, dass ich die erste Frau sein werde, der das gelingt. Ich bin 22 Jahre alt, also noch immer sehr jung. Es gibt viel Raum für Verbesserungen. Ich halte es für möglich, dass ich in vier oder fünf Jahren MotoGP fahre.»
Diesen Winter bekam sie die Chance, die Kawasaki ZX-10RR von Superbike-Weltmeister Jonathan Rea einige Stunden lang zu fahren – und damit einen Vorgeschmack.
Einige männliche Kollegen aus der Superbike-WM sind der Meinung, dass Frauen nicht die körperlichen Voraussetzungen mitbringen, um ein über 230 PS starkes Superbike schnell bewegen zu können. Dass das sehr wohl möglich ist, beweist seit Jahren Lucy Glöckner. Die 29-jährige BMW-Pilotin wird am ersten August-Wochenende in Oschersleben als erste Frau an einem Superbike-WM-Event teilnehmen.
Zweifellos wird ihr Start für Ana Carrasco Inspiration und Motivation sein.