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«Größte DTM-Party»: Als Scheider ein Rad ab hatte

Von Andreas Reiners
Timo Scheider 2003 in Zandvoort

Timo Scheider 2003 in Zandvoort

Es gibt Geschichten aus der DTM, die sind auch fast 20 Jahre später noch bitter anzuhören. Wie die von Timo Scheider und dem Tag, an dem er ein Rad ab hatte.

Timo Scheider gehört zu den erfolgreichen DTM-Fahrern: Er gewann zwar «nur» sieben Rennen, dafür aber immerhin zweimal den Titel. 2008 und 2009 war das, im Audi.

Damals war der heute 42-Jährige aber schon ein alter Hase, denn sein Debüt in der Tourenwagenserie gab er bereits im Jahr 2000 für Opel, nachdem er den damaligen Sportchef Volker Strycek auf der Essen Motor Show lange genug genervt hatte.

Es war für Scheider sportlich keine einfache Zeit als Rookie. «Mit dem Opel war man eh immer so ein bisschen Underdog, außer im ersten Jahr in der DTM, wo die Motoren überlegen waren. Danach war es immer schwer, schwer, schwer. Wenn es mal gut gelaufen ist, bist du mal Vierter, Dritter, Siebter geworden, irgendwie so», sagte er im ran-Podcast.

«Man hat in den Opel-Jahren oft zu mir gesagt: Podestverweigerer. So nach dem Motto: 'Du wolltest ja nie da oben stehen.' Dieses Image des Podestverweigerers hatte ich, weil es irgendwie nie funktioniert hat», so Scheider.

«Wir hatten schon in Portugal Rennen, wo wir auf Podiumskurs waren und dann ist plötzlich das Gas hängen geblieben. Es ist immer irgendwas passiert», sagte er.

2003 stand er allerdings vor dem großen Wurf, vor einem echten Coup. «Dann stehst du plötzlich auf der Pole in Zandvoort, das ist dann schon etwas Besonderes, eine Erleichterung», sagte Scheider.

Nach 21 von 36 Runden führte er und fuhr dem Sieg entgegen.

Doch dann kam der Boxenstopp. Der Anfang vom Ende. «Beim Boxenstopp ist leider Gottes der Lollipop-Mann ein bisschen schnell gewesen und da war vorne rechts das Rad nicht drauf. Das habe ich am Ausgang der Boxengasse verloren, in Führung liegend. Christijan Albers war damals das Rennen über Zweiter. Ich habe geführt und kam aus der Box raus, das wäre wieder ein knappes Match gewesen», so Scheider. Stattdessen gewann Albers.

Für Scheider war der Tag eine emotionale Achterbahn. «Das war wahrscheinlich die emotionalste Situation, die ich in der DTM erlebt hatte. Die faire holländische Kulisse hat auf dem Weg, von wo das Auto stand, bis zur Box geklatscht stehenderweise, aus Respekt. Ich habe damals Mercedes-Teammitglieder applaudieren sehen. Einfach aus Mitleid, für Opel, für mich. Ich habe viel Respekt bekommen dafür», so Scheider.

Sein Teammanager war damals auch Lollipop-Mann, «er hat den ganzen Abend geheult. Weil er einfach zu früh das ‚Go‘ gegeben hat, weil er natürlich auch so gepumpt war und wollte, dass es irgendwie für den Sieg reicht. Hat es dann aber eben nicht, weil wir ausgefallen sind», so Scheider.

Eine Art Happy End gab es aber trotzdem: «Das war glaube ich danach die größte Party, die ich jemals gefeiert habe in der DTM, am Abend in Zandvoort.»


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