DTM-Fans am Steuer?: Höchstens 100 Meter
Bruno Spengler und sein BMW
Es ist der Traum eines jedes Motorsportfans: Einmal in einem Rennauto sitzen. Für den normalen DTM-Fan wird das immer ein Traum bleiben. DTM-Champion Bruno Spengler erklärte in der «Bild», dass ein normaler Mensch bei dem Versuch, ein DTM-Auto zu steuern, höchstens 100 Meter weit kommt. Wenn er denn überhaupt in einen Tourenwagen passt.
Denn bis erst einmal Gas gegeben werden kann, müssen einige Hürden überwunden werden. Das fängt bei der Vorbereitung an, denn eine Klimaanlage gehört nicht zur Standardausstattung eines DTM-Boliden. Im Innern des Autos wird es rund 60 Grad heiß. «Wir trinken vor dem Start vier Liter Wasser, damit man was zum Rausschwitzen hat», so Spengler.
Die nächste Hürde ist der Sitz, der exakt nach den Maßen des jeweiligen Fahrers angefertigt wird. «Da kann sich kein beliebiger Mensch rein setzen», erklärt der Kanadier. Selbst wenn es der geneigte Fan es in das Auto schaffen sollte, wird er nicht lange Freude daran haben. Denn die Kupplung «ist so fein abgestimmt, da findet man den Schleifpunkt nur sehr, sehr schwer. Ein Normalo würgt also den Motor ab. Da ist viel Übung nötig.» Hinzu kommen die Stoßdämpfer, die hart abgestimmt sind. «Da fehlt einem normalen Menschen die Muskulatur, um das auszuhalten», so der 29-Jährige.
Sollte es Otto Normalverbraucher tatsächlich schaffen, das Auto ans Laufen zu kriegen, dürfte ihn spätestens die Geschwindigkeit stoppen. Denn die körperlichen Voraussetzungen, die an den Fahrer gestellt werden, sind extrem. «Ein untrainierter Mensch könnte mit der Geschwindigkeit nicht umgehen. In normalen Autos entstehen kaum Fliehkräfte. Im DTM-Wagen wirken Kräfte bis zum 3,5-fachen des Körpergewichts», so Spengler, der zudem auf das unterschiedliche Fahrverhalten im Gegensatz zu einem normalen PKW hinweist: «Wenn ich 100 Meter vor der Kurve bremse, müsste ich mit einem Straßen-Auto 180 bis 200 Meter vorher bremsen.