Superbike-WM: Toprak erwachte in einem Albtraum

Luca Montezemolo: Ferrari-Chef Marchionne neidisch

Von Adam Cooper
Luca Montezemolo 2014

Luca Montezemolo 2014

​Der langjährige Ferrari-Präsident Luca Montezemolo (70) sagt über den heutigen Ferrari-Chef Sergio Marchionne (66): «Es ist traurig feststellen zu müssen – Marchionne ist auf unsere früheren Ferrari-Erfolge neidisch.»

In Köln ist am vergangenen Wochenende die Ausstellung «Michael Schumacher Private Collection» eröffnet worden (alle Einzelheiten finden Sie in unserem Bericht). Bei der Eröffnung ebenfalls dabei: Der langjährige Schumi-Wegbegleiter Luca Montezemolo, 23 Jahre lang Präsident von Ferrari. 2014 wurde der charismatische Spitzenmanager vom Fiat/Chryser-Chef Sergio Marchionne abgelöst.

In Köln sagt Luca Montezemolo Erstaunliches: «Es ist traurig feststellen zu müssen – Marchionne ist auf unsere früheren Ferrari-Erfolge neidisch. Das ist schlecht. Auf die Vergangenheit neidisch zu sein, das bedeutet seltsame Gedanken. Ich bin stolz darauf, was Michael, Ross Brawn, Jean Todt und ich erreichen durften.»

«Ich hoffe, Ferrari kann in dieser Saison weitere Siege einfahren. Nicht nur deshalb, weil Ferrari GP-Siege braucht, sondern auch weil die Formel 1 ein erfolgreiches Ferrari braucht.»

Montezemolo sagte auch: «Ich denke immer an Michael Schumacher. Er war stets ein Unterstützer von Sebastian Vettel, und als ich Vettel anstellte, hätte das Michael sicher Freude gemacht. Er hat mir schon Jahre zuvor gesagt, Vettel wäre seiner Ansicht nach ein prima Fahrer für Ferrari.»

«Mit Michael Schumacher hat Ferrari zahlreiche WM-Titel eingefahren (fünf, um genau zu sein, A.C.), leider hat das mit Vettel noch nicht geklappt. Eine Siegesserie wie mit Michael wird es vielleicht nie wieder geben. Aber Seb ist noch jung, und endlich hat Ferrari ein konkurrenzfähiges Auto. Wir haben Chancen. Vielleicht wir das für Ferrari ein gutes Jahr.»

Ferrari ist seit Kimi Räikkönen 2007 ohne Fahrer-WM-Titel, der Markenpokal wurde letztmals 2008 errungen.

Montezemolo erzählte auch, wie Michael Schumacher 2009 für den verletzten Felipe Massa hätte einspringen sollen – da war das Comeback mit Mercedes noch in weiter Ferne.

Luca: «Ich rief Michael in mein Büro und sagte zu ihm, “Michael, du musst das für Ferrari tun, du musst das für mich tun, du musst für Felipe übernehmen.“ Eine halbe Stunde lang war er nicht zu überreden, dann meinte er: „Na gut, ich kann nicht nein sagen.“»

«Er ging in die Rennabteilung und war wieder wie ein junger Racer, voller Tatendrang, voller Begeisterung. Er fuhr in Mugello einen sehr guten Test, aber sein Arzt musste die Rückkehr stoppen – wegen Bedenken nach der Nackenverlerzung, die sich Michael bei einem Motorradunfall zugezogen hatte.»

Der Rest ist bekannt: Schumi kam zurück, aber erst 2010, in Diensten von Mercedes. Er konnte kein Rennen mehr gewinnen und trat Ende 2012 erneut zurück. Für ihn kam Lewis Hamilton ins Team. Michael stürzte Ende Dezember 2013 in Frankreich beim Skilauf und kämpft sich seither ins normale Leben zurück.

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