Charles Leclerc (Ferrari): «Der schlimmste Test»
Der Ferrari SF-24, Hoffnungsträger der treuen Tifosi auf der ganzen Welt. Hand aufs Herz: Wo steht Ferrari? Was dürfen die Fans vom ältesten und erfolgreichsten Rennstall erwarten?
Der Monegasse Charles Leclerc sagt: «Ich finde es noch immer schwierig zu begreifen, wo wir wirklich stehen. Das Einzige, was ich mit Sicherheit sagen kann – wir konnten uns wie geplant durch unser Programm arbeiten, und es gab keine unliebsamen Überraschungen.»
«Der Wagen hat auf der Rennstrecke genauso reagiert, wie wir uns das basierend auf Windkanalversuchen und Simulationen ausgerechnet hatten. Dass all diese Werte identisch sind, hilft auch bei der Entwicklung. Ob wir dabei dann mehr Fortschritte erzielen als unsere Gegner, das ist heute unmöglich einzuschätzen.»
«Schon in der Simulation spürte ich, dass der Wagen ganz anders liegt. Aber konstantes Handling bedeutet noch nicht ein schnelles Auto. Was jedoch wahr ist – ein Auto, das sich besser kontrollieren lässt, das erleichtert das Reifen-Management. Auch da waren wir ja 2023 nicht so gut aufgestellt.»
«Die Mutter aller Fragen ist: Wo wird uns das hinführt in Sachen Konkurrenzfähigkeit? Mein Bauchgefühl sagt – Red Bull Racing bleibt vorne und zwar mit einem stattlichen Vorsprung.»
«Wir haben ein solides Fundament gegossen. Und ich habe ein ganz anderes Gefühl als vor einem Jahr. Ganz ehrlich – vor einem Jahr, das war der schlimmste Test meiner ganzen GP-Karriere. Der Wagen arbeitete so inkonstant, dass wir überhaupt nicht wussten, wo wir den Hebel ansetzen mussten. 2024 ist das komplett anders.»
Der 26-Jährige fährt fort: «Der letztjährige Ferrari war zum Beispiel extrem anfällig auf Wind. Das Auto war kaum zu bändigen, die Fahrzeugbalance hat sich von einer Kurve zur nächsten geändert, ganz knifflig. Und das ist heute anders.»
«Die Stimmung bei Ferrari ist gut.» Charles beginnt zu lachen: «Aber fragt mich nach dem ersten Tag des GP-Wochenendes, ob das noch immer so ist.»