Formel 1: Weder Norris noch Verstappen Favorit

Sauber-Begleiter Grübel: 100 Mio zum Hinterherfahren?

Von Mathias Brunner
Oswald Grübel als UBS-Chef

Oswald Grübel als UBS-Chef

Oswald Grübel (69), früherer CEO der «Credit Suisse» und damit Wegbegleiter von Peter Sauber, über ein Fass ohne Boden namens Formel 1.

Von 2003 bis 2007 stand Oswald Jürgen Grübel der Schweizer Grossbank «Credit Suisse» vor. Ein Engagement des Finanzinstituts beim Sauber-Rennstall gründet auf einer Freundschaft zwischen Grübel und Teamgründer Peter Sauber. Grübel stellte auch die Weichen zu einem neuen Formel-1-Abenteuer, nachdem der Deutsche 2009 Konzernchef der grössten Schweizer Bank wurde, der UBS. Der Vorstand befand damals: Formel 1, tolle Sache, aber bitteschön in Form von Bandenwerbung, nicht als Sponsor eines einzelnen Rennstalls. In der «Schweiz am Sonntag» schreibt der Banker Grübel über ein Fass ohne Boden namens Formel 1.

Grübel sagt in seiner Kolumne: «Das grosse Thema diese Woche waren die Formel-1-Rennserie und der einzige Schweizer Rennstall. Die Formel 1 bietet noch immer eine einmalige Werbeplattform für Unternehmen. Trotz ihrer unzähligen selbst inszenierten Skandale, oder gerade deswegen, verfolgen bis zu 500 Millionen Fans jedes Rennen. Was mit ein paar Amateur-Rennfahrern angefangen hat, ist ein Multi-Milliarden-Geschäft geworden. Grosse Konzerne sind eingestiegen, vom Brausehersteller bis zu den Automobilfirmen, und geben jedes Jahr 300 Millionen Euro oder mehr für ihr Team aus. Die wenigen übrig Gebliebenen unabhängigen Rennställe mit Budgets um die 100 Millionen Euro können da natürlich nicht mithalten und sind deshalb auch nur in der zweiten Hälfte des Feldes anzutreffen.»

Oswald Grübel: «Die Formel 1 ist ihr eigener grösster Feind geworden»

Grübel stellt eine wichtige Frage: «Wieso will jemand 100 Millionen ausgeben, um Letzter zu sein? Die Antwort ist, es gibt nach wie vor genug Firmen, die für einen Aufkleber am Auto Millionen bezahlen. Aber die Bereitschaft dazu nimmt ab. Im Zeitalter der Transparenz wird vielen klar, dass 100 Millionen ein ziemlich hoher Preis ist, um mitzufahren in der Hoffnung, einmal auf einen vorderen Platz zu kommen, falls es genügend Ausfälle gibt. Auch das Management der Formel 1 muss sich fragen, ob die Zuschauerzahlen gehalten werden können, wenn eines Tages nur noch die Hälfte der heutigen Teams Rennen fahren kann. Es scheint, dass die erfolgsverwöhnte Formel 1 ihr eigener grösster Feind geworden ist. Sie konkurriert die Rennteams bei den Werbeeinnahmen, sie hat die Eskalation der Kosten nicht massgeblich gebremst und ist in der Umwandlung von einer Privatgesellschaft in eine Aktiengesellschaft nur mit sich selbst beschäftigt.»

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