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Karl Keil vor 50. Jubiläum: «Je älter, je bekloppter»

Von Rudi Hagen
Karl Keil (l.) baut für Fabian Müller (r.) ein neues Gespann auf

Karl Keil (l.) baut für Fabian Müller (r.) ein neues Gespann auf

2020 wollte Karl Keil eigentlich sein 50. Jubiläum als aktiver Bahnsportler feiern. Der Gespannfahrer mit A-Lizenz wurde aber von der Corona-Pandemie ausgebremst. Der 68-jährige Haudegen hofft auf dieses Jahr.

Karl Keil ist ein Phänomen. Der Odenwälder aus Langenbrombach, einem Ortsteil der südhessischen Gemeinde Brombachtal, ist 68 Jahre alt, Rentner, Motorentüftler, Tuner und immer noch aktiver Rennfahrer, fester Bestandteil der Internationalen Seitenwagen-Lizenzklasse auf Sand- und Grasbahnen.

1971 fing Karl Keil mit dem aktiven Bahnsport an, als er beim Groß-Bieberauer Erich Heil als Beifahrer einstieg. In ihrem ersten Rennen im Sportpark von Erbach wurden sie Zweite. Zehn Jahre später saß Keil selbst am Lenker und das bis heute.

Zweimal, 1988 in Celle und 1993 in Harsewinkel, wurde Karl Keil Grasbahn-Europameister, beide Male mit Joachim Reeg im Boot. Mit «dem besten Beifahrer, den ich je hatte» wie er selbst sagt, gewann Keil 1988 und 1993 auch die deutsche Meisterschaft in der Seitenwagenklasse. Bei seinem dritten DM-Titel 2001 turnte Rainer Falter im Beiwagen.

Schwarze Stunden gab es in Keils langem Rennfahrerleben auch. 1998 fiel Beifahrer Reeg in Mulmshorn aus dem Gespann und wurde von einem nachfolgenden Team überrollt. Danach musste eine gebrochene Hüfte ersetzt werden, mit dem Rennsport war es fortan aus für Reeg.

Noch schlimmer kam es 2015 in Hertingen. Beim Training zum Europameisterschafts-Finale konnte sich Keils Beifahrer Stefan Müller nach einer Fahrbahnunebenheit nicht mehr halten, flog auf die Bahn und wurde vom nächsten Gespann getroffen. Der Klein-Krotzenburger starb noch auf der Bahn.

Seit einigen Jahren hat Keil mit David Kersten (23) aus Friedrichshafen einen jungen Beifahrer dabei. Mit ihm würde er gerne sein Jubiläum begehen, 50 Jahre aktiv im Renngespann. 2020 wäre der Termin gewesen, aber da ließ die Pandemie wie auch ein Jahr später (fast) keinen Rennsport auf Gras und Sand für die Gespanne zu.

Jetzt hofft Keil auf die kommenden Monate. «Je älter man wird, je bekloppter wird man», sagte der Oldie jetzt zu SPEEDWEEK.com. «Ich baue gerade zwei neue Gespanne auf. Wenn ich nach meiner 50. Saison aufhöre, dann habe ich noch mindestens eins im Wintergarten stehen. Damit kann ich mal hier- und mal dorthin auf eine Bahn rein zum Vergnügen fahren.»

Aber der Odenwälder kümmert sich auch um den Gespann-Nachwuchs, speziell um Fabian Müller (33) und Beifahrer Peter Maurer (40) aus Hainburg. Die B-Lizenzler vom MSC Klein-Krotzenburg haben 2019 mit dem Sport begonnen und sind im Bahnpokal und beim Gespann-Masters mitgefahren. Müller: «Wir bekommen jetzt vom Karl ein neues Gespann und zwei GM-Motoren. Er hilft uns sehr mit seiner ganzen Erfahrung. Wir hoffen jetzt, dass sich die Corona-Situation bessert und wir endlich wieder fahren können. Wir müssen noch viel lernen, wollen uns aber auch beweisen.»

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