MotoGP: KTM-Rennchef über Regelverstoß

Disziplinar-Kodex: Diese Strafen drohen 2025

Von Toni Schmidt
Nach dem Massencrash im MotoGP-Hauptrennen in Sepang 2024 wurden keine Strafen verhängt

Nach dem Massencrash im MotoGP-Hauptrennen in Sepang 2024 wurden keine Strafen verhängt

Regelverstöße in der MotoGP bleiben nicht ohne Folgen. Doch welche Strafen gibt es, wie werden sie verhängt und welche Instanzen sind dafür verantwortlich? Hier gibt es den Überblick für 2025.

Damit in den GP-Klassen auf der Strecke Fairness herrscht und Verstöße konsequent geahndet werden, hat die FIM ihr offizielles Regelwerk, die FIM World Championship Regulations, für die Saison 2025 aktualisiert. Im Fokus steht der Disziplinar-Kodex, der unter Punkt 3 des Reglements festgehalten ist. Dieser legt fest, welche Strafen bei Regelverstößen verhängt werden können und welche Instanzen für deren Durchsetzung zuständig sind.

Für die Überwachung und Durchsetzung der Strafen sind die Race Direction, das FIM MotoGP Stewards Panel sowie das Internationale Berufungsgericht (CAI) verantwortlich. Das Spektrum möglicher Sanktionen ist breit gefächert und hängt von der Schwere des Vergehens ab. Leichte Verstöße können mit Verwarnungen oder Geldstrafen geahndet werden, während schwerwiegendere Regelverletzungen zu Grid-Strafen, Zeitstrafen oder einer Long-Lap-Penalty führen können.

Besonders ärgerlich für die Piloten ist die Long-Lap-Penalty, bei der sie eine speziell markierte, längere Streckenführung absolvieren müssen. In der Praxis kostet sie das je nach Streckenlayout zwischen zwei und drei Sekunden, was für Rennentscheidungen sorgen kann.

Härtere Sanktionen gibt es bei schwereren Vergehen. Eine der drastischsten ist die Durchfahrtsstrafe (Ride Through), bei der ein Pilot mit reduzierter Geschwindigkeit durch die Boxengasse fahren muss, ohne dass ein Reifenwechsel oder eine andere Maßnahme erfolgen darf. Dadurch verliert er unweigerlich wertvolle Zeit und hat praktisch keine Chance mehr, sich wieder nach vorne zu kämpfen.

In Extremfällen können Piloten und Teams auch mit einer Disqualifikation, dem Verlust von Meisterschaftspunkten oder gar einer Sperre für mehrere Rennen bestraft werden. In besonders schweren Fällen – etwa bei absichtlicher Gefährdung anderer Piloten oder eklatanten Verstößen gegen das sportliche Verhalten – kann die FIM sogar eine unbefristete Sperre verhängen und einen Teilnehmer komplett aus dem Wettbewerb ausschließen.

Nicht jede Strafe kann angefochten werden. Besonders automatisierte Strafen, die durch technische Messsysteme erfasst werden, gelten als unanfechtbar. Dazu gehören unter anderem Zeitstrafen für Track-Limit-Vergehen oder Frühstarts, da diese auf klar definierten, objektiven Messmethoden basieren.

Als umstritten gilt die Regel zum Mindestdruck des Vorderreifens, die zur Saisonmitte 2023 eingeführt wurde. In der Saison 2024 erlebten wir an vielen Grand-Prix-Wochenenden nachträgliche Korrekturen der Ergebnislisten, weil die Stewards mit dem Verhängen von Strafen nicht mehr hinterherkamen.

In anderen Fällen – insbesondere, wenn ein Regelverstoß durch subjektive Beurteilung eines Stewards festgestellt wird – ist eine Überprüfung jedoch möglich. Genau hier lag in den vergangenen Jahren eine der größten Schwächen des bisherigen Systems: Piloten und Teams kritisierten immer wieder, dass vergleichbare Situationen unterschiedlich bestraft wurden.

Die wachsende Kritik führte schließlich zu einem Wechsel an der Spitze des Steward Panels. Ab der Saison 2025 übernimmt Simon Crafar die Rolle des Chefstewards – der Neuseeländer tritt die Nachfolge der MotoGP-Legende Freddie Spencer an. Der ehemalige Grand Prix-Sieger und langjährige MotoGP-Kommentator soll für eine klarere und gerechtere Regelauslegung sorgen. Doch kann ein neuer Steward wirklich für mehr Fairness auf der Strecke sorgen?

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