Superbike-WM: Toprak Razgatlioglu sieht schwarz

Honda-Krise: Kiyonari zu sensibel, Delbianco zu jung?

Von Kay Hettich
Ryuichi Kiyonari kann mit der Pace der anderen SBK-Piloten kaum mithalten

Ryuichi Kiyonari kann mit der Pace der anderen SBK-Piloten kaum mithalten

Mit zwei Piloten trat Honda beim Meeting in Laguna Seca an und holte in drei Rennen nur vier WM-Punkte. Es wird immer deutlicher, dass nicht nur die Fireblade SP2, sondern auch die Fahrer Teil des Problems sind.

Top-Pilot Leon Camier wird von Moriwaki Honda schmerzlich vermisst, der Brite ist aber seit Imola verletzt und wurde erst kürzlich an der betroffenen Schulter operiert. Erstaunlich: Obwohl der 32-Jährige 14 (!) Rennen verpasst hat, ist er mit 26 Punkten weiterhin der beste Honda-Pilot in der Gesamtwertung!

Für das beste Honda-Finish sorgten aber ohnehin besondere Bedingungen, als im verregneten ersten Misano-Lauf Camier-Ersatz Yuki Takahashi Achter wurde. Der zweite Werkspilot, Ryuichi Kiyonari, fällt dagegen zusehends noch hinter Althea-Youngster Alessandro Delbianco zurück.

In Laguna Seca fuhr der 21-Jährige Superbike-Rookie im ersten Rennen als 13. das beste Honda-Ergebnis ein. Im Sprintrennen verursachte der Italiener den Crash von Gaststarter JD Beach in der Corkscrew und wurde deshalb für den zweiten Superbike-Lauf ans Ende der Startaufstellung strafversetzt. «Das erste Rennen war mein bestes Racing im Trockenen», betonte Delbianco. «Der Sturz im Sprintrennen tut mir leid, vor allem, weil ich Beach mitgerissen habe. Ich hoffte auf Gutmachung im zweiten Rennen, das Feeling war aber ganz anders und ich konnte nicht dieselbe Pace fahren.»

Kiyonari verlor im ersten Rennen als 16. über eine Minute auf Sieger Jonathan Rea (Kawasaki), im Sprintrennen sowie zweiten Lauf holte er jeweils den letzten Punkt. «Ich bin ein sensibler Fahrer und wenn die Situation herausfordernd ist, belastet mich das», gab der 36-Jährige zu. «Ich mag die Strecke hier, aber sie ist ziemlich anspruchsvoll und ich hatte das ganze Wochenende mit mangelndem Grip zu kämpfen. Ich habe mich am Sonntag im Warm-up besser gefühlt und dann auch im Sprint- und im Langstreckenrennen. Ich weiß natürlich, dass die Ergebnisse immer noch nicht gut genug sind. Aber wir geben niemals auf und geben weiterhin unser Bestes.»

Ergebnisse Laguna Seca, 2. Lauf: 1. Davies. 2. Rea. 3. Razgatlioglu. 4. Lowes. 5. Sykes. 6. Haslam. 7. Baz. 8. Torres. 9. Melandri. 10. Rinaldi. 11. Mercado. 12. Laverty. 13. Reiterberger. 14. Cortese. 15. Kiyonari.

WM-Stand nach Laguna Seca:
1. Jonathan Rea (Kawasaki), 433 Punkte
2. Álvaro Bautista (Ducati), 352
3. Alex Lowes (Yamaha), 220
4. Michael van der Mark (Yamaha), 215
5. Leon Haslam (Kawasaki), 202
6. Toprak Razgatlioglu (Kawasaki), 191
7. Chaz Davies (Ducati), 184
8. Tom Sykes (BMW), 170
9. Marco Melandri (Yamaha), 138
10. Sandro Cortese (Yamaha), 100
...
14. Markus Reiterberger (BMW), 60


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