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Sheldon van der Linde: Sein Titelfaktor heißt Kelvin

Von Andreas Reiners
Sheldon van der Linde

Sheldon van der Linde

Sheldon van der Linde ist DTM-Champion 2022. Für den Südafrikaner war es ein emotionales Wochenende, eine Achterbahn der Gefühle. Der wichtigste Titelfaktor für ihn war der Bruder.

Inmitten des ganzen Trubels, der Hektik, des Stresses im Titelkampf nahmen sich Sheldon und Kelvin van der Linde einen Moment der Ruhe. In der Startaufstellung saßen beiden zusammen, stimmten sich auf das letzte Rennen des Jahres ein. Für Sheldon ist es das wichtigste seiner bisherigen Karriere.

Und es war nur einer der zahlreichen wichtigen Momente zwischen den beiden an diesem Final-Wochenende in Hockenheim, wie Sheldon zugab. «Kelvin ist wohl der wichtigste Mensch gewesen, er hat mich durch dieses Wochenende gebracht», sagte der neue DTM-Champion.

Wenn man so will, hat ihn sein Bruder ein Stück weit zum Titel getragen, er war der wohl wichtigste Titel-Faktor. Denn Kelvin wusste aus dem Vorjahr, wie man es nicht macht. Er steckte damals ebenfalls im Titelkampf, brach aber unter dem Druck zusammen, machte zu viele Fehler und verspielte eine aussichtsreiche Situation.

Sheldon hat versucht, es anders anzugehen, den Druck auszublenden, sich abzulenken. Fitnessstudio zum Beispiel, normale Sachen, «und viel essen», sagte van der Linde.

Viele Faktoren spielen eine Rolle

Das ging bis Mitte der Woche gut, dann war es vorbei – der Druck kam mit voller Wucht zurück. «Von Donnerstag an konnte ich kaum noch schlafen», sagte er, «ich hatte so viel Druck, denn wenn man als Tabellenführer kommt, denkt jeder, dass man auch den Titel holen muss. Aber es spielen so viele Faktoren eine Rolle.»

Am Freitag noch schien er bei einem Medientermin entspannt, gut vorbereitet und zuversichtlich. Bis dann am Samstag sein Team einen Fehler machte, er eine Startplatz-Strafe kassierte und er sich plötzlich auf Startplatz 16 wiederfand. Auch hier war sein Bruder im Spiel, der sagte, dass in einem Rennen alles passieren könne.

Es passierte in der Tat eine Menge. Dass Sheldon in dem Crash-Chaos am Ende Zweiter wurde, dürfte so etwas wie der endgültige Dosenöffner gewesen sein. Am Sonntag gab er sich keine Blöße mehr, auch wenn er nur zwei Punkte Vorsprung auf Verfolger Lucas Auer hatte.

Er fuhr im Qualifying Startplatz fünf ein. Als er im Rennen auf dem ersten Satz Reifen keine Performance fand, forderte er einen frühen Boxenstopp, weil sein ärgster Widersacher Auer in seinem Rückspiegel auftauchte. Der Plan ging auf, van der Linde fand sein Tempo und fuhr als Dritter den Titel nach Hause.

Viele, viele Emotionen

Danach wurde es emotional. Im Auto, weil er sich einen abjubelte, aber von seinem Team gar keine Antwort bekam. Deshalb erkundigte er sich sicherheitshalber nochmal, ob es wirklich zum Titel gereicht hat. Dann sprangen ihm die Eltern, die extra aus Südafrika angereist waren, in die Arme. Sein Bruder Kelvin natürlich auch, ebenso sein Manager. «Meine Mama hat die ganze Zeit geweint, und dann musste ich auch weinen», sagte van der Linde.

Auch sein Mentor René Rast, der mit ihm um den Titel fuhr und hinter Lucas Auer Dritter wurde, jubelte mit ihm. Auf van der Linde prasselten unfassbar viele Dinge auf einmal ein.

Emotionen, Gefühle – die ganze Palette. «Es gehen Millionen Gedanken durch meinen Kopf. Jetzt fallen 200 Kilogramm von meinen Schultern ab», sagte van der Linde, der am Sonntag sein 68. DTM-Rennen seit seiner Premiere 2019 fuhr.

Auch Gerhard Berger gratulierte: «Herzlichen Glückwunsch an Sheldon van der Linde, der mit seinen konstanten, eindrucksvollen Leistungen ein würdiger DTM-Champion 2022 ist.» Und das auch dank seines Bruders.


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