Triumph TF250-E und TF450-E: Englische Waldmaschinen
Schon als Triumph bekannt gab, dass die Marke in den Geländesport einsteigen wolle, wurde klargestellt, dass man Motocross-Motorräder und davon abgeleitet auch strassenzugelassene Enduros zu bauen gedachte. Nun, die 250er Motocross-Maschine TF250-X kam 2024 auf den Markt, den 450er Motocrosser gibt es als Erstserie TF450-RC Edition. Und schon beschert uns Triumph beide Enduromodelle, TF250-E und TF450-E.
Die Fahrwerks-Eckdaten Eckdaten sind mit einem Radstand von 1488 mm, einem Lenkkopfwinkel von 63,2° und einem Nachlauf von 113 mm bei beiden Enduros identisch, die Masse weichen jedoch von den Motocross-Modellen ab; der Radstand des Alurahmens der Enduros ist kürzer, der Lenkkopf steiler und der Nachlauf kürzer.
Die Entwickler bei Triumph unter der Führung des fünffachen Enduroweltmeisters Ivan Cervanten und des vierfachen Enduro-Weltmeisters Paul Edmondson haben die Geometrie in Richtung flinkeres Handling verändert, was theoretisch Einbussen bei der Geradeauslauf-Stabilität nach sich zieht, wobei die Fahrwerksdaten keinesfalls extrem sind.
Sowohl an den Motocross- wie an den Enduro-Modellen sind äusserlich identische Federelemente von KYB verbaut, vorne eine in Zug- und Druckstufe einstellbare 48er USD-Gabel, hinten ein Zentralfederbein mit Umlenkhebelei, Vorspannung, Zug- und Druckstufe sind einstellbar, die Druckstufe getrennt für schnelles und langsames Einfedern.
Endusos und Motocross-Modelle unterscheiden sich schon die technischen Daten: Mit 300 mm haben die Enduros 10 mm weniger Federweg an der Gabel, mit 313 mm Federweg jedoch 8 mm mehr am Hinterrad. Eine spezifische Geometrie der Umlenkhebelei für eine geänderte Charakteristik der Progression ist verbaut, und selbstverständlich ist darüber hinaus die Abstimmung beider Federelemente an den Enduroeinsatz angepasst. Da überrascht es schon fast, dass die Bremsen von Zulieferer Galfer mit 260 und 220 mm Scheibendurchmesser unverändert von den Motocross-Motorrädern übernommen sind.
Beim 250er Enduromotor weicht Triumph ein Tabu auf, indem Leistungsangaben publiziert werden: 42,3 PS und 27,8 Nm, was diesen Motor gemäss Triumph zum leistungsstärksten seiner Klasse erhebt. Der Drehzahlbegrenzer greift bei 12.800/min ein. Vom 450er Enduromotor ist uns derzeit keine Leistungsangabe gegönnt.
Der 250er ist mit einer drehfreudigen DOHC-Ventilsteuerung ausgestattet, der 450er begnügt sich mit einer obenliegenden Nockenwelle und DLC-beschichteten Kipphebeln. Bei der 450er übernimmt Triumph mit 95 mm Bohrung und 63,4 mm Hub neben der OHC-Ventilsteuerung auch exakt die Auslegung der KTM, beim 250 fährt Triumph etwas langhubiger als die Referenz aus Österreich.
Beide Triumph-Enduros sind mit Titanventilen, geschmiedeten Kolben und einem Dellorto-Drosselklappensystem mit 44 mm Durchmesser ausgestattet. Im Vergleich zu den Motocross-Versionen sind bei beiden Motoren die Schwungmassen vergrössert. Die Software der Motorsteuerung wurde gemeinsam mit dem italienischen Hersteller Athena entwickelt, wobei der Schwerpunkt der Entwicklung auf Fahrbarkeit und Traktion lag.
Die Triumph-Enduros verfügen über zwei Motorkennfelder mit unterschiedlicher Leistungscharakteristik, anwählbar per Lenkerschalter. Zusätzliche Kennfelder können mit dem optionalen Wi-Fi-Modul und der Triumph MX Tune Pro App hinzugefügt werden. Als weitere elektronische Fahrhilfen gibt es eine Traktionskontrolle, eine Starthilfe und einen Quickshifter zum Hochschalten ohne Kupplung.
Die Beleuchtung funktioniert mit LED. Der digitale Tacho zeigt neben der Geschwindigkeit Echtzeitdaten wie Motortemperatur, Fahrtdaten und die Gangposition. Die Sitzbank mit gummiertem Überzug befindet sich 955 mm über Grund. Der Tank mit 8,3 Litern ermöglicht lange Ausfahrten und/oder hohen Vollgasanteil. 114,2 und 116,7 kg gesteht Triumph – fahrfertig vollgetankt.
Die TF 250-E ist in Deutschland für 10.995 € erhältlich (Schweiz Fr. 10.395.-, Österreich 11.295 €). Die TF 450-E kostet in Deutschland 11.595 € (Schweiz Fr. 10.895.-, Österreich 11.995 €). Ausgeliefert werden die Motorräder ab April 2025, Handschützer und Motorschutz sind serienmässig.