MotoGP: KTM-Rennchef über Regelverstoß

MTA-Team im Höhenflug: Doppelpodium in Austin

Von Stephan Moosbrugger
So gut lief es noch nie für das italienische MTA-Team

So gut lief es noch nie für das italienische MTA-Team

Joel Kelso und Matteo Bertelle bescherten dem MTA-Team in Austin das erste Moto3-Doppelpodium. Die beiden Neuzugänge treiben sich zu Höchstleistungen an, auch die Atmosphäre im Team stimmt.

Das Moto3-Team LEVELUP-MTA hatte beim Red Bull Grand Prix of the Americas viel zu feiern. Die beiden Neuzugänge Joel Kelso und Matteo Bertelle holten auf der selektiven Piste in Austin das erste Doppelpodium für die italienische Truppe. Das Team hat derzeit mit den beiden Fahrern ihre helle Freude und ist plötzlich ein heißer Titelkandidat für 2025.

Rang 2 in Austin war für Kelso der erst zweite Podestplatz in seiner bisherigen Moto3-Laufbahn. Nach einem Ausfall in Thailand und Platz 8 in Argentinien freute sich der Australier, dass in den USA alles zusammenpasste. Von Startplatz 3 fuhr er ein starkes Rennen und kam 2,399 sec hinter Sieger Jose Antonio Rueda ins Ziel. «Es fühlt sich gut an, zurück auf dem Podest zu sein – es hat eine ganze Weile gedauert», meinte Kelso in der anschließenden Pressekonferenz. «Ehrlich gesagt, ist dies für mich der beste Moment, denn ich hatte in den ersten beiden Events und auch bei den Tests zu kämpfen. In Thailand machten wir einen Fehler, in Argentinien haben wir im Rennen eine Strafe ausgefasst. Es war nicht der ideale Start in die Saison, aber wir haben weitergearbeitet und konnten in Austin ein gutes Ergebnis erzielen. Auch im Qualifying machten wir einen guten Job. Wir müssen noch einen Weg finden, um mit Jose konkurrieren zu können – er ist derzeit einen Schritt vor uns. Aber ich bin sehr happy und muss weiter an mich glauben.»

Dabei ist der 21-Jährige alles andere als gut in das Austin-Wochenende gestartet. Nach einem schlechten Zeittraining am Freitag, musste er am Samstag zunächst im Q1 antreten. «Wenn ich mit dem Rücken zur Wand stehe und zu kämpfen habe, bin ich stark. Ich weiß nicht warum, ich wünschte es wäre anders», grübelte Kelso. «Ich kann mich aber in diesen Momenten auf das konzentrieren, was ich zu tun habe. Was ich an diesem Wochenende gelernt habe, ist, dass wenn du an dich selbst glaubst und weiterarbeitest, du dann ein gutes Resultat erzielen kannst. Ich möchte auch dem Team danken, dass sie mich angetrieben und an mich geglaubt haben.»

Einen deutlich besseren Saisonstart als Kelso hatte Teamkollege Bertelle. Der Italiener erreichte in Thailand und Argentinien die Ränge 5 und 4. In Austin klappte es dann endlich mit dem ersten Moto3-Podest in seiner Karriere. Der 21-Jährige zeigte in diesem Jahr bislang insbesondere in den Trainingssessions und Qualifyings beeindruckende Leistungen – in Buriram und Termas de Rio Hondo holte er sich beide Male die Pole-Position.

Im Zeittraining am Freitag war er erneut der Schnellste und es sah zunächst danach aus, dass er auch in Austin ganz vorne in der Startaufstellung stehen würde, doch am Samstag reichte es im Q2 nur für Platz 10. «Ich hatte im Qualifying sehr zu kämpfen und bin zweimal gestürzt. Deshalb musste ich von weit hinten starten», erzählte Bertelle. Im Rennen konnte er sich dann früh nach vorne kämpfen und als Dritter über die Ziellinie fahren. «Ich versuchte ruhig zu bleiben und gut zu starten. Joel und Jose waren dann aber etwas weit weg. Ich bin sehr glücklich über dieses erste Podest. Ich widme dieses allen, die an mich geglaubt haben – vor allem meinem Vater und meiner Mutter.»

Bertelle und Kelso belegen derzeit in der Gesamtwertung die Ränge 4 und 6. Das MTA-Team liegt momentan in der Teamwertung auf Position 2. Zum Vergleich: in der Saison 2024 belegte die italienische Mannschaft in der Endabrechnung den 10. Platz. 2025 war das Team mit Kelso und Bertelle in den ersten drei Saison-Events in der Lage, um Pole-Positions und Podestplätze zu kämpfen. Was ist der Grund für diese enorme Steigerung? «Zuerst einmal hat Matteo in den letzten Rennen sehr stark gepusht und ordentlich Druck auf mich gemacht», schmunzelte Kelso. «Am Ende ist es gut, einen sehr konkurrenzfähigen Teamkollegen zu haben – das bringt das gesamte Team nach vorne. Auch die Stimmung im Team ist sehr positiv, Matteo und ich geniessen das. Wir lachen viel, machen ständig Witze mit dem Team und wir verstehen uns sehr gut. Diese positive Umgebung hilft mir als Fahrer sehr – es ist oft so, dass ein Fahrer schnell ist, wenn er happy ist.»

«Vom letzten Jahr habe ich das Bike gewechselt», hob Bertelle seinen Wechsel von Honda auf KTM hervor. «Auch die Atmosphäre im Team tut mir gut. Bereits in den Vorsaisontests in Jerez und Portimao habe ich ein gutes Setup gefunden. Deshalb konnte ich im Vergleich zum letzten Jahr einen großen Schritt machen.»

Ergebnisse Moto3 COTA, Rennen (30. März):

1. Jose Antonio Rueda (E), KTM, 31:23,456 min
2. Joel Kelso (AUS), KTM, +2,399 sec
3. Matteo Bertelle (I), KTM, +4,200
4. Angel Piqueras (E), KTM, +5,345
5. Maximo Quiles (E), KTM, +5,522
6. Alvaro Carpe (E), KTM, +7,309
7. Dennis Foggia (I), KTM, +21,815
8. Adrian Cruces (E), KTM, +22,069
9. Taiyo Furusato (J), Honda, +22,251
10. Cormac Buchanan (NZ), KTM, +22,459
11. Guido Pini (I), KTM, +22,558
12. Adrian Fernandez (E), Honda, +24,189
13. David Almansa (E), Honda, +24,919
14. Jacob Roulstone (AUS), KTM, +25,592
15. Nicola Carraro (I), Honda, +26,786

18. Jakob Rosenthaler (A), KTM, +57,135

WM-Stand nach 3 von 22 Rennen:
1. Jose Antonio Rueda, 66 Punkte. 2. Angel Piqueras 42. 3. Adrian Fernandez 40. 4. Matteo Bertelle 40. 5. Alvaro Carpe 30. 6. Joel Kelso 28. 7. Dennis Foggia 24. 8. David Almansa 22. 9. Stefano Nepa 19. 10. Taiyo Furusato 18. 11. Luca Lunetta 15. 12. Adrian Cruces 13. 13. Maximo Quiles 11. 14. Cormac Buchanan 9. 15. Riccardo Rossi 8.

Konstrukteurs-WM:
1. KTM, 75 Punkte. 2. Honda 43.

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