KTM-Machtkampf: Österreich-Lösung oder neue Struktur?

KTM AG: Wer entscheidet das Investoren-Rennen für sich?
Anfang dieser Woche ist bei der KTM AG wie berichtet eine weitere 50 Millionen Euro-Tranche von Langzeit-Partner Bajaj aus Indien eingegangen – dieses Geld soll den Produktionsbetrieb am Standort Mattighofen sichern. Auch die letzte noch fällige Zahlung von weiteren 50 Millionen Euro soll demnächst aus Indien kommen.
Dann geht es noch um die Aufstellung der rund 600 Millionen Euro. Mit diesem Geld müssen bis 23. Mai die Gläubiger in Form einer 30-prozentigen Schuldentilgungsquote befriedigt werden. Wer wird das Geld dafür beisteuern und wer wird in der Folge beim größten Motorradhersteller Europas die Machthebel in seiner Hand haben? Das ist im Moment die brennende Frage. Sicher ist: Es geht um viel Einfluss – im Hintergrund wird die Gerüchteküche seit Wochen laufend mit taktischen Manövern befeuert.
Die Frage nach dem zweiten Partner bzw. Investor neben Bajaj sorgt für Spannung. Gegenüber den Oberösterreichischen Nachrichten kündigt ein Insider an: «Es ist ein Kampf um Einfluss bei einem Unternehmen, welches operativ saniert und von Schulden befreit sein wird.» Kein Geheimnis ist: Es gibt unter den Gläubigern größere Bankhäuser in Österreich, die dem ehemaligen KTM-Patron Stefan Pierer sowie der Pierer Mobility AG nicht wohl gesonnen sind. Dazu zählen in erster Linie die Oberbank und die Erste Bank. Mittlerweile leitet ja Gottfried Neumeister die Geschäfte bei der KTM AG.
Im Investoren-Rennen ist wie berichtet der kanadische Konzern Bombardier Recreational Products (BRP) mit Marken wie Rotax, Ski-Doo, Lynx, Can-Am etc. Weiters ist immer noch von Stephan Zöchling als möglichen Investor die Rede. Der Remus-Miteigentümer, der einst mit einem Deal um die Abwicklung des Europa-Vermögens der russischen Sberbank gutes Geld verdient hat, hatte dies auch selbst bestätigt. Hinter Zöchling wird der österreichische Industrielle und Ex-Magna-Europa-Chef Siegfried Wolf vermutet. Diese Seilschaft soll dem Vernehmen nach mit einer «Österreich-Lösung» inklusive heimischer Banken werben.