MotoGP: VR46-Team ist nicht einverstanden

Valentino Rossi: Mama wusste nichts vom Spezialhelm

Von Nora Lantschner
Die Italiener verzeihen wohl nur Valentino Rossi, mit einem Potenzmittel auf dem Helm aufzutreten. Der 41-Jährige sorgte damit für einen der drei Hingucker der MotoGP-WM 2020, nur Mama Stefania fand es weniger lustig.

Um nach der Corona-bedingten Zwangspause überhaupt noch eine MotoGP-WM 2020 auf die Beine zu stellen, musste der Kalender komplett umgekrempelt werden: 14 Rennen in vier Monaten waren das Ergebnis, allerdings nur auf neun Strecken. Denn in Jerez, Spielberg, Misano, Aragón und Valencia fanden jeweils zwei Grand Prix in Folge statt.

Valentino Rossi nahm diese Besonderheit der Saison 2020 zum Anlass, um sich beim doppelten Heim-GP in Misano die kleine blaue Pille für die Extra-Ausdauer auf seinen AGV-Helm malen zu lassen. «Dieses Mal haben wir mehr gewagt», schmunzelte der neunfache Weltmeister. «Mit Aldo [Drudi] haben wir überlegt, was in diesem Jahr in Misano anders war – und die Antwort waren die zwei Rennen in Folge, eine ‚Doppia‘ wie es bei uns im Paddock heißt.»

Weil er mit seinen 41 Jahren der Älteste im MotoGP-Feld ist, holte sich «Vale» für das Doppel mit dem abgewandelten Viagra-Design also ein kreatives Hilfsmittel auf den Helm. «Damit man das noch schafft, braucht man in meinem Alter schon ein bisschen Hilfe», bewies er Selbstironie. «Ich glaube, dass alle darüber lachen konnten. Nur mit meiner Mama Stefania habe ich vorher nicht darüber gesprochen, ich hatte nicht den Mut dazu. Wie ich sie kenne, so ganz religiös, glaube ich nicht, dass es einer ihrer Lieblingshelme wird», ergänzte er schmunzelnd.

Tatsächlich ließ Stefania Palma später durchklingen, dass sie wenig begeistert war: «Ich habe mich geschämt wie damals mit der Schiffer», erinnerte sie an die aufgeblasene Blondinen-Puppe, die ihr Sohnemann 1997 in Mugello auf den Sozius lud. «Aber selbst meine Freundinnen ließen ihm das durchgehen.»

Dazu trug wohl auch der starke vierte Platz bei. Aber während die Extra-Power beim ersten Heim-GP am 13. September noch Wirkung zu zeigen schien und Rossi erst in der letzten Runde sein 200. Podium in der «premier class» verpasste, ging der zweite Anlauf schief.

Dabei kam für den Emilia Romagna-GP symbolisch sogar die zweite Pille zum Einsatz: In der Packung, die auf der Rückseite des Helms abgebildet war, fehlten am zweiten Wochenende nicht mehr nur eine, sondern zwei Pillen.

Geholfen hat diese bis ins Detail ausgeklügelte Idee dem 41-jährigen Superstar nicht, denn sein zweiter Heim-GP endete schon in der zweiten Runde im Kiesbett. In der Bestenliste der Hingucker des Jahres 2020 hat der gewagte Spezialhelm trotzdem einen Platz sicher.

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