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«Mike the Bike» Hailwood: Heute wäre der Champion 85!

Von Thomas Kuttruf
Immer dann, wenn über die Größten des internationalen Motorradsports gesprochen wird, fällt der Name Mike Hailwood. Heute vor 85 Jahren kam der Brite, der es in kürzester Zeit zu größtem Ruhm brachte, auf die Welt.

Eigentlich hieß er Stanley. Mit zweitem Namen Michael. Wie so oft laufen Dinge und auch die Kommunikation nicht immer nach Plan, doch als das am 2. April 1940 in Oxford zur Welt gekommene Einzelkind sein Talent mit allem was Motoren hat, entfaltet, ist er längst nur Mike Hailwood.

Den Startschuss für seine Popularität legte Hailwood auf zwei Rädern. Mike begeisterte sich für schnelle Motorräder und da sein Vater einen erfolgreichen Handel mit den begehrten Zweirädern betrieb, wurde dem Briten der Einstieg leicht gemacht. In der nationalen Szene machte sich der Nachwuchsracer schnell einen guten Namen. Da die englische Motorradindustrie bereits auf dem wirtschaftlichen Rückzug war, sprang das Talent früh auch auf Renner aus Italien und – damals ganz neu – aus Japan.

Zu jener Zeit war die Professionalisierung über Werksverträge erst in der Entstehung und der Racer, der sich um seine Finanzen keine Sorgen machte, sprang auf alles, was nach einem Rennsieg roch. Auch mehrere Marken während eines Events – Norton, Honda, MV – wurden von Hailwood zu Siegen getrieben.

Durch die Fähigkeit, mit allem zu gewinnen, entstand auch früh der Spitzname «Mike the Bike». Die Karriere Haildwoods war steil, kurz und glamourös. Mit 19 Jahren ernsthaft in den Sport eingestiegen, war schon zwei Jahre später der erste WM-Titel in der Viertelliter-Klasse eingefahren. Weitere acht Meisterschaftserfolge folgten in nur sechs Jahren. Mit nur 27 Jahren verkündete der neunfache Motorrad-Weltmeister seinen Abschied aus dem Fahrerlager. Fast unglaublich seine Erfolgsstatistik: Bei 152 Starts in der WM gewann er exakt die Hälfte aller Rennen. 76 Siegesfahrten bedeuten auch 2025 Platz 5 in der erwigen Bestenliste.

Schluss war für Mike Hailwood aber nicht. Nachdem er sich und der Welt seine überragenden Fähigkeiten mit verschiedensten Rennmotorrädern mehr als bewiesen hatte, wollte er nun im Auto nachlegen. Was auch gelang – denn Hailwood gewann nach kurzem Anlauf die hochklassige Formel 2 und kam für die Saison 1971 in der Topliga des Rennsports unter. Immerhin zweimal stand Mike Hailwood auch in der Formel 1 auf dem Podium.

Seinen größten Erfolg feierte er durch eine andere Heldentat. Ohne zu zögern, warf sich Hailwood 1973 in die Flammen des verunfallten Formel-1-Renners von Clay Regazzoni. Hailwood rettete dem Schweizer in Kyalami das Leben.

1974 erwischte es Hailwood selbst. Zwar überlebte der McLaren-Pilot seinen Unfall auf dem Nürburgring, doch es war das letzte F1-Rennen des gereiften Rennfahrers. Für die Motorrad-Fans hielt Hailwood allerdings ein weiteres Ass im Ärmel.

Vier Jahre nach seinem F1-Ausstieg und unfassbare 11 Jahre nach dem Ende seiner Motorradlaufbahn kehrte Hailwood noch einmal zurück. Mit dem TT Circuit auf der Isle of Man hatte der sich einen legendären Ort – mit der Ducati eine legendäre Marke für ein einzigartiges Comeback ausgesucht. Mike Hailwood schaffte die Rennsport-Sensation des Jahres 1978 und siegte auf dem 900er-Desmo-Twin mit NCR-Chassis, der erst nach dem Triumph zur «Mike Hailwood» wurde. Ducati verstand es damals wie heute bestens, die Erfolge des Sports zu vermarkten.

Ducati würdigte das Jahrhundert-Comeback 20 Jahre später noch einmal mit der limitierten «Mike Hailwood Evoluzione», gestaltet von Design-Ikone Pierre Terblanche. Miterleben konnte der Namensgeber die Enthüllung nicht. Das Leben des britischen Sportstars endete in einer Tragödie. Am 23. März 1981, Hailwood war 40 Jahre jung, wurde sein Auto von einem LKW übersehen. Während Mike und seine Tochter Michelle den Unfall nicht überlebten, durfte Sohn David Hailwood weiterleben.

Eine touristische Runde auf dem Mountain Circuit auf einem bollernden Bologna-Twin hätte «Mike the Bike» am heutigen Tag mit einem Lächeln zustande gebracht. Für den großen Champion hätte es kein schöneres Geburtstagsgeschenk zum 85. gegeben.

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