Dall’Igna über Bagnaia: «Sein Sieg war überfällig»
Der Red Bull Grand Prix of the Americas war erneut ein Triumphzug für Ducati. Im Sprint siegte Marc Marquez vor vier weiteren Desmosedici-Piloten. Im Grand Prix stürzte der achtfache Weltmeister, dafür war Pecco Bagnaia (Ducati Lenovo) zur Stelle und holte seinen ersten Saisonsieg. Mit ihm auf dem Podest standen Alex Marquez (Gresini) und Fabio Di Giannantonio (VR46). Franco Morbidelli (VR46) als Vierter komplettierte ein fantastisches Ergebnis für die Roten. «Der zwanzigste Sieg in Folge und wieder einmal ein Ducati-Poker mit einem strahlenden Podium, auf dem alle drei Teams vertreten waren», freute sich Ducati-Corse-CEO Gigi Dall’Igna auf seinem LinkedIn-Account.
Den Grundstein für den Sieg legte der Hersteller aus Borgo Panigale bereits vor dem Rennen – durch das von Marc Marquez verursachte Startchaos und den Abbruch konnten alle Ducati-Piloten noch auf Slicks und eine Trockenabstimmung wechseln. Mit Regenreifen wären sie gegen Ai Ogura (Aprilia), Enea Bastianini und Brad Binder (beide KTM) auf verlorenem Posten gewesen. Zum Siegen müssen viele Puzzleteile zusammenpassen – Kaltschnäuzigkeit und Cleverness zahlen sich eben aus.
«Es ist ein Erfolg, der sich intensiv und besonders anfühlt. Wegen dem unerwarteten und ‘verschwenderischen’ Ausrutscher von Marc schwingt auch ein wenig Bitterkeit mit. Zumindest hat sein Fehler den Weg für Pecco geebnet, um ein Statement abzugeben, das für ihn befreiend war und ihm eine dringend notwendige Injektion an Selbstvertrauen verabreicht hat. Ein Sieg und ein überzeugendes Rennen wie dieses waren definitiv überfällig, und ich bin froh, dass er es geschafft hat», hob Dall’Igna die Leistung von Bagnaia hervor.
In den ersten beiden Events in Thailand und Argentinien war Marc Marquez eine Macht. Bagnaia hatte zwar seinen bislang besten Saisonstart in der MotoGP, er litt aber unter der Übermacht seines Teamkollegen. Auch Dall’Igna war mit der Situation, trotz der Erfolge, nicht vollends zufrieden. «Ich werde mit unseren Ergebnissen, so hervorragend sie auch sein mögen, erst dann zufrieden sein, wenn wir ihm die Möglichkeit gegeben haben, sein volles Potenzial auf der Strecke zu zeigen», meinte er nach dem Argentinien-GP in Richtung Bagnaia.
Nach dem Sieg in Austin fiel somit auch bei Dall’Igna eine Belastung ab. «Seine Euphorie nach dem Sieg sagt alles über seinen Willen, es zu schaffen, und auch über seinen Wunsch, sich zu rechtfertigen, wie das gewagte Überholmanöver gegenüber Alex (Marquez) zeigte. Es ist ein süßer Sieg, der enorm wichtig ist und die Moral in einem sehr heiklen Moment stärkt», so der 58-Jährige. «Es ist uns gelungen, gut zu arbeiten, uns ständig zu verbessern und Pecco das optimale Gefühl zu geben – so wie er es von uns verlangt hat. Mein herzlicher Dank geht an das Team. Wir dürfen nicht nachlassen und uns vor allem nicht von dem Sieg in Austin ablenken lassen.»