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Toto Wolff (Mercedes): Möchte nicht schadenfroh sein

Von Andreas Reiners
Toto Wolff und Lewis Hamilton

Toto Wolff und Lewis Hamilton

Toto Wolff lief zu allen möglichen Teammitgliedern und klatschte mit ihnen ab. Im Grunde mit jedem, der dem Mercedes-Motorsportchef nach dem Qualifying gerade so vor die Füße lief.

Klar: Die Freude bei dem Österreicher war groß. Ihm dürfte sehr schnell klargewesen sein: Das kann ein vorentscheidender Schritt gewesen sein.

Lewis Hamilton hat 50 Punkte Vorsprung im Titelkampf, startet beim Japan-GP am Sonntag von der Pole. Sebastian Vettel als Verfolger musste den nächsten Rückschlag einstecken.

Er geht nur von Rang acht aus ins Rennen, nachdem sich Ferrari in Q3 mit den Regenreifen böse verzockt hatte. Praktisch zeitgleich hatte Mercedes die komplett konträre Entscheidung getroffen und lag mit den Supersoft-Slicks goldrichtig.

«Die Jungs haben es richtig hinbekommen. Es gab viele Diskussionen über die Strategie, ob Intermediates oder Soft, und wir haben zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Entscheidungen getroffen. An solchen Tagen ist es immer viel einfacher, einen Fehler zu machen als es richtig hinzubekommen», jubelte Wolff.

Entschieden hat Mercedes in buchstäblich letzter Minute. «Wir hatten die Intermediates schon bereit, haben dann Reifen gewechselt und sind rausgefahren. Offensichtlich war dann auch das Timing perfekt.»

Der Wiener stellte aber auch klar: «Nach der ersten Enthusiasmus-Ekstase über das Ergebnis denke ich immer an den Renntag, und der ist morgen. Die Bedingungen sollen morgen viel wärmer sein und wir haben in Sotschi gesehen, dass sich das Kräfteverhältnis zwischen Samstag und Sonntag stark verändert hat. Deshalb bleiben wir skeptisch, mit beiden Beinen auf dem Boden und bereiten uns ordentlich auf alle anstehenden Herausforderungen des morgigen Tages vor. Das Rennen ist erst am Sonntag und dann müssen wir abliefern. Aber heute war ein guter erster Schritt in die richtige Richtung.»

Für Titelkonkurrent Ferrari war es möglicherweise der entscheidende Rückschlag. Von Schadenfreude will Wolff aber nichts wissen. «Ich glaube an positives Denken und möchte nicht schadenfroh sein. Das wird dich sonst irgendwann einholen. Sicher spielt Glück auch eine Rolle dabei. Ich möchte nichts Negatives über Ferraris Entscheidung sagen.»

Bei Mercedes ist man vor Vettel gewarnt, Wolff sagt aber auch: «Er hat ein schnelles Auto, aber wenn er gegen Lewis kämpft und alles gut geht, dann wird es schwierig für ihn.»


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