MotoGP: VR46-Team ist nicht einverstanden

Red Bull Racing: ​«Sind keine schlechten Verlierer»

Von Andreas Reiners
Dr. Helmut Marko

Dr. Helmut Marko

Red Bull Racing hat zuletzt eine Menge Kritik geübt. Motorsportberater Dr. Helmut Marko stellte nun klar, dass man damit vor allem ein Ziel verfolgt.

Red Bull Racing fährt bereits im zweiten Jahr in der Formel 1 den eigenen Erwartungen hinterher. Nach drei Siegen 2014 ist das einstige Weltmeisterteam in dieser Saison nicht mehr in der Lage, aus eigener Kraft um Siege mitzufahren, was vor allem auch an Motorenpartner Renault liegt. Red Bull nahm in den vergangenen Wochen auch kein Blatt vor den Mund, wenn es um Kritik an den unzuverlässigen Power Units des Partners ging.

Daneben bekam auch die Formel 1 im Allgemeinen ihr Fett weg. Zwar gab es in Monaco dank des vierten und fünften Platzes von Daniil Kvyat und Daniel Ricciardo einen sportlichen Aufschwung, einen Podestplatz konnten beide aber noch nicht herausfahren. Geschweige denn einen Sieg. Man könnte nun den Eindruck bekommen, der erfolgsverwöhnte Rennstall könne nicht verlieren.

Das stimme so allerdings nicht, stellte Motorsportberater Dr. Helmut Marko in der «Welt» klar. «Wir machen uns nicht nur aus Wettbewerbsgründen Gedanken um die Formel 1. Das Problem ist komplex und hat nichts mit unserer derzeit mangelnden Konkurrenzfähigkeit zu tun. Wir sind keine schlechten Verlierer, sondern um die Zukunft der Formel 1 besorgt», sagte er.

In der Tat geben die rückläufigen Zuschauerzahlen zu denken. «Wir erleben einen Publikumsrückgang, sowohl bei den Zuschauerzahlen an der Strecke als auch bei TV-Quoten. Wir haben die Sorge, dass das die Entwicklung in die falsche Richtung geht», so Marko weiter: «Wir haben die Sorge, dass der Sport nicht mehr so attraktiv ist wie zu der Zeit, als wir eingestiegen sind.»

Das war 2005. In der Zwischenzeit hat sich viel verändert, 2014 gab es mit der neuen Turbo-Ära eine Revolution, die jedoch nicht den erhofften Effekt hatte. Stattdessen erlaubt das aktuelle Reglement kaum Möglichkeiten, an der sportlichen Misere etwas zu ändern.

Zuletzt hatte die Strategiegruppe für 2017 eine erneute Revolution ausgearbeitet. Ein Hoffnungsschimmer, nicht nur sportlich, sondern auch was die Attraktivität der Formel 1 angeht. «Es ist wie ein Boxkampf zwischen einem Schwergewichtsweltmeister und einem Leichtgewichtskämpfer. Wir leben nach dem Prinzip Hoffnung, warten ab und geben den Verantwortlichen Zeit. Mehr können wir nicht tun», sagte Marko.

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