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Martin Vugrinec: Angriffslustiger Kawasaki-Pilot

Von Esther Babel
Bisher ist der Kroate der einzige Pilot, der für Kawasaki in der IDM Superbike antritt. Doch Spider-Martin ist nicht nur frisch verliebt, sondern auch hochmotiviert vor seinem zweiten Superbike-Jahr.

Wenige Wochen vor dem Start in die Saison 2025 der IDM Superbike feierte der Kroate seinen 26. Geburtstag. «Näher an den Dreißiger als an den Zwanziger», stellte er an seinem Ehrentag fest. «Das klingt beängstigend. Wie ich das Leben lebe, ist schön, aber es lässt alles so schnell vergehen. Ich weiß es oft nicht und habe keine Zeit, die Momente zu genießen, weil neue, wichtige Dinge kommen.»

Wichtig wird für ihn auch die anstehende Saison im Kawasaki-Team des ehemaligen IDM-Piloten Oliver Skach. War Vugrinec im Vorjahr nach seinem Aufstieg aus der IDM Supersport in die höchste Kategorie noch ein blutiger Anfänger, so wird er in diesem Jahr seine persönliche Messlatte sicherlich um einiges höher legen. Im Interview mit SPEEDWEEK.com erklärt er, was in den letzten Monaten los war und was bis zum Auftakt noch ansteht.

Hast du mitgezählt, wie viele Testkilometer du in diesem Winter schon abgespult hast? Beim Blick auf deine Social-Media-Accounts warst du gefühlt jeden Tag auf einer anderen Strecke unterwegs.

Ich bin insgesamt 13 Tage auf großen Strecken mit der ZX10 und etwa 15 weitere Tage auf kleineren Strecken mit der ZX6R und der Ninja400 gefahren. Wir haben diesen Winter viel in Training und Vorbereitung investiert, da ich der Top-Fahrer für Kawasaki in Deutschland werden möchte. Mit der Unterstützung meiner Sponsoren, hauptsächlich FerQuest und Kawasaki Deutschland sowie DW moto, die mir das von ihnen gemietete Haus in Spanien zur Verfügung gestellt haben, hatte ich eine hervorragende Wintervorbereitung.

Nachdem du im Vorjahr allein im Team gefahren bist, sollst du dieses Jahr einen Teamkollegen kriegen. Patrick Hobelsberger ist es nun doch nicht geworden. Wie wichtig ist dir ein starker Teamkollege, vor allem auch im Bereich der Entwicklungsarbeit?

Ich hatte mich darauf gefreut, an der Seite von Pax zu fahren, da er ein erfahrener Rennsieger in der IDM ist und es für die Entwicklung des Motorrads von großem Nutzen wäre, aber ich glaube auch, dass ich auf der Kawasaki besser abgeschnitten hätte, was meine Bewertung als Fahrer verbessern würde. Letztes Jahr, als ich die Hälfte der Saison verpasst habe, war ich bereits auf Augenhöhe und in einigen Sessions sogar schneller als Tati Mercado, der ein großartiger Fahrer ist und dieses Motorrad viel besser kennt als ich. Viele Leute haben das nicht bemerkt, aber für mich persönlich war das eine gute Referenz. Auch andere Fahrer, die mich während meiner Verletzung ersetzt haben, haben keine besseren Ergebnisse erzielt als ich, sodass ich von meinen Fähigkeiten überzeugt bin. Und wenn mein Teamkollege, wer auch immer das sein mag, bereit ist, mit mir zusammenzuarbeiten, kann das nur positiv sein.

Du hast letztens auch MotoGP-Pilot Alex Rins und WorldSBK-Fahrer Scott Redding auf der Strecke getroffen. Wie fährt es sich mit solchen Cracks zusammen auf einer Strecke?

Es hat wirklich Spaß gemacht. Ich habe Respekt vor den Leuten von der Weltmeisterschaft, aber sie sind auch nur Menschen, und wenn ich sehe, dass ich es mit ihnen aufnehmen kann, fühlt sich das gut an. Man lernt auch ein paar Dinge.

Im Vorjahr konnte man in den Rennen manchmal den Eindruck bekommen, dass du über dem Limit und ziemlich riskant unterwegs warst. Täuscht das? Oder wie ist da deine persönliche Ansicht?

Ich bin ein aggressiver Fahrer, daran besteht kein Zweifel, aber das ist mein Stil und sorgt für gute Rennen. Du weisst aus meiner Zeit als Supersportler sehr gut, dass es bei meinen Rennen nie langweilig wird. Allerdings kritisieren mich die Leute manchmal, ohne sich anzusehen, was tatsächlich passiert ist. Es ist immer, ah, es ist wieder Vugrinec, aber sie nehmen sich nicht wirklich einen Moment Zeit, um zu analysieren. Ich würde niemals absichtlich jemanden berühren oder treffen. Aber ich bin hier, um Rennen zu fahren, und wenn es eine Lücke gibt, werde ich sie nutzen. Ich wurde viel öfter geschlagen als ich andere geschlagen habe, aber das scheint jeder zu vergessen.

Die Kawasaki ist bekannt dafür, dass sie nur ein schmales Fenster hat, in dem sie perfekt funktioniert. Ist das für einen Anfänger nicht besonders schwierig?

Es ist ein besonderes Motorrad, ja, aber ich glaube, ich fange an, seine Sprache zu sprechen. Ich fühle mich gut und schnell. Die Wahrheit ist, dass sich das Motorrad in seiner jetzigen Form seit fast zehn Jahren nicht wesentlich verändert hat, während die Konkurrenz jedes Jahr ein neues Modell herausbringt. Da die IDM-Regeln so streng sind, ist die Serienbasis des Motorrads sehr wichtig. Deshalb ist Kawasaki beispielsweise bei offeneren Meisterschaften wie WorldSBK oder BSB wettbewerbsfähiger. Es ist ein gutes Motorrad, das nur ein wenig aufgerüstet werden muss. Ich hoffe, dass die neuen Konzessionsteile dabei helfen werden.

In deinem Team wird auch in Zusammenarbeit mit Kawasaki Deutschland an einer speziellen Elektronik gearbeitet. Wie kannst du zu diesem Projekt beitragen?

Ja, das stimmt, mein Team arbeitet mit Mectronik zusammen an der Entwicklung der Elektronik für die ZX10. Es ist eine Freude, mit Herrn Marco (dem Eigentümer von Mectronik) zusammenzuarbeiten, aber es ist nicht so einfach, wie es scheint. Oft, wenn man sich darauf konzentrieren möchte, schneller zu fahren, muss man etwas anderes testen, was nicht immer besser ist. Das Bike verändert sich ständig und das macht die Arbeit des Fahrers noch schwieriger. Aber der Großteil der Arbeit wurde letztes Jahr erledigt, sodass ich glaube, dass es dieses Jahr einfacher wird.

Wie sehen deine Pläne bis zum Saison-Auftakt im Mai aus?

Training und Arbeit. Bis zum ersten Rennen ist noch etwas Zeit und wir haben zwei Tests mit dem Team geplant. Außerdem muss ich meine 'SpiderMartin Racing Courses' absolvieren und etwas in der Werkstatt arbeiten.

Auf Facebook schreibst du, dass jemand Neues in dein Leben getreten ist. Dazu gibt es zwei grüne Herzen. Man könnte meinen, du bist frisch verliebt, oder?

Ja, letztes Jahr, als ich verletzt war, habe ich meine Freundin Matea kennengelernt. Sie hat mir sehr geholfen, schwere Zeiten mental zu überstehen, und wir passen als Charaktere wirklich gut zusammen. Sie weiß nicht viel über Rennen, aber sie mag es und interessiert sich sehr dafür. Ich bin wirklich glücklich mit ihr.

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