Intact-Rookie Guido Pini: zerknirscht nach Platz 11
Die erfolgsverwöhnte Moto3-Einheit rund um Teammanager Peter Öttl erlebte einen sehr durchwachsenen Saisonauftakt – bei keinem der drei GP-Events wurden die Piloten der Allgäuer zur Siegerehrung geladen. Dabei gehört dem Projekt schon jetzt der Pokal für die glaubwürdigste Nachwuchsförderung. Mit dem 17-jährigen Guido Pini und dem etablierten, aber auch erst 18 Jahre jungen David Munoz hat Intact GP das jüngste Duo des WM-Fahrerlagers.
Auch für den sehr erfahrenen Peter Öttl sind die Youngster eine Herausforderung: «Es ist auch für mich Neuland – erstmals arbeiten wir mit zwei ganz jungen Piloten zusammen. Auch das erfordert eine andere Herangehensweise und da lerne auch ich immer noch dazu. Beide besitzen dazu enorm hohes Potenzial, und das nun zu entwickeln, daran arbeiten wir jetzt parallel.»
Während der bereits in der Moto3 vergleichsweise erfahrene David Munoz bislang noch keine Zielflagge gesehen hat, endete der US-GP für Rookie Pini versöhnlich. Das Debüt auf der außergewöhnlich anspruchsvollen Piste in Texas beendete Pini auf Platz 11 – zu Platz 7 fehlten dabei auf der Ziellinie weniger als eine Sekunde.
Erstaunlich auch die hohe Anpassungsfähigkeit. So hatte der Italiener die erste COTA-Ausfahrt überhaupt, dazu auf nasser Strecke, als Fünfter abgeschlossen. Biss zeigte Pini auch in der Qualifikation. Dort schaffte er es ins Q2 und bis auf Platz 12 beim ersten Moto3-Rodeo.
Nach dem Rennen blickte Pini dennoch etwas zerknirscht auf den Zeitenzettel. Denn mit Maximo Quiles auf Rang 5 und Alvaro Carpe auf 6 hatte die Rookie-Show in den USA klar den Spaniern gehört.
Peter Öttl beruhigte das Riesentalent aus der Toskana: «Ich habe Guido klargemacht, dass er ein super solides Rennen gefahren ist. Klar schaut er zu Quiles und Carpe, aber die saßen im Winter nicht zwei Monate im Rollstuhl, sondern nahezu jeden Tag auf einem Trainingsmotorrad.»
Hintergrund: Gerade als die Verpflichtung Pinis Anfang Dezember 2024 vollzogen war, verunglückte der Vize-Champion der Moto3-Junioren-WM auf einem Offroad-Bike in Spanien. Mit zwei gebrochenen Beinen musste Pini eine lange Pause akzeptieren und kam erst zum Moto3-Test in Jerez erstmals auf Drehzahl mit seinem neuen Team.
Peter Öttl abschließend: «Die fehlende Trainingszeit lässt sich nicht im Nu aufholen. Hätte das Wintertraining der Jungs keine positive Wirkung, dann würde man es auch nicht machen. Den Rückstand gilt es als Team zu akzeptieren. Ich bin nach wie vor absolut überzeugt von unserer Mannschaft. Auch wenn es nun etwas mehr Zeit braucht. Als Team haben wir die WM in den letzten drei Jahren auf den Rängen 3–1–3 und mit den Piloten auf 3–2–4 abgeschlossen. Das hat uns auch selbstbewusst für die Herausforderung gemacht.»
Ergebnisse Moto3 COTA, Rennen (30. März):
1. Jose Antonio Rueda (E), KTM, 31:23,456 min
2. Joel Kelso (AUS), KTM, +2,399 sec
3. Matteo Bertelle (I), KTM, +4,200
4. Angel Piqueras (E), KTM, +5,345
5. Maximo Quiles (E), KTM, +5,522
6. Alvaro Carpe (E), KTM, +7,309
7. Dennis Foggia (I), KTM, +21,815
8. Adrian Cruces (E), KTM, +22,069
9. Taiyo Furusato (J), Honda, +22,251
10. Cormac Buchanan (NZ), KTM, +22,459
11. Guido Pini (I), KTM, +22,558
12. Adrian Fernandez (E), Honda, +24,189
13. David Almansa (E), Honda, +24,919
14. Jacob Roulstone (AUS), KTM, +25,592
15. Nicola Carraro (I), Honda, +26,786
18. Jakob Rosenthaler (A), KTM, +57,135
WM-Stand nach 3 von 22 Rennen:
1. Jose Antonio Rueda, 66 Punkte. 2. Angel Piqueras 42. 3. Adrian Fernandez 40. 4. Matteo Bertelle 40. 5. Alvaro Carpe 30. 6. Joel Kelso 28. 7. Dennis Foggia 24. 8. David Almansa 22. 9. Stefano Nepa 19. 10. Taiyo Furusato 18. 11. Luca Lunetta 15. 12. Adrian Cruces 13. 13. Maximo Quiles 11. 14. Cormac Buchanan 9. 15. Riccardo Rossi 8.
Konstrukteurs-WM:
1. KTM, 75 Punkte. 2. Honda 43.