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Stefan Bradl: Superbike-WM für 2017 erste Wahl

Von Günther Wiesinger
Stefan Bradl

Stefan Bradl

Stefan Bradl hat zwei konkrete Angebote für die Superbike-WM von Ducati Corse und von Ten-Kate-Honda. Auch für die MotoGP-WM besteht noch eine Möglichkeit.

Denn Stefan Bradl bekam am Freitagabend in Assen in letzter Minute noch ein Angebot von Avintia Ducati-Teammanager Agustin «Bocha» Escobar, das auch von Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti abgesegnet und gutgeheissen wurde und natürlich auch von Teambesitzer Raul Romero, sowie dessen Partner Antonio Martín.

Aber zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Bayer für 2017 gedanklich bereits von der Königsklasse verabschiedet.

Mit einer Ducati des Baujahrs 2015 oder 2016 wird in der MotoGP gegen zwölf Werksmaschinen und gegen Top-Kundenteams wie Pramac-Ducati, Tech3-Yamaha, LCR-Honda und Marc VDS-Honda kein Staat zu machen sein, vermutet Bradl.

Deshalb kümmert er sich lieber um einen lukrativen Platz in einem Superbike-Werksteam, wobei in erster Linie Ten-Kate-Honda und das Ducati-Werksteam zur Diskussion stehen. Auch zu Yamaha-SBK-Teamchef Andrea Dosoli existieren Kontakte. Dort ist die Fahrerfrage für 2017 auch noch nicht endgültig entschieden. Sylvain Guintoli wird womöglich sogar aufhören, wenn es nach seiner Frau geht. Alex Lowes ist auch noch kein Fixstarter für 2017.

Und am Assen-Wochenende ergaben sich für Stefan Bradl recht zügig neue Möglichkeiten für 2017.

«Der Donnerstag war ein trauriger Tag für mich, denn ich hätte Stefan und Alvaró gerne behalten», sagte Aprilia-Renndirektor Romano Albesiano im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Ich habe Stefan gesagt, dass wir für ihn einen Platz in einer anderen Rennserie suchen. Ich möchte in der Superbike-WM ein starkes Team finden, das für nächstes Jahr auf Aprilia umsteigt; Stefan könnte dann bei Aprilia bleiben.»

Der Plan von Albesiano, das Aspar-Ducati-Team für 2017 in der MotoGP-WM von Ducati auf Aprilia umzurüsten, liess sich nicht in die Tat umsetzen.

Auch LCR-Honda-Teambesitzer Lucio Cecchinello wurde kontaktiert, auch er sagte für 2017 ab.

LCR wird 2017 mit Honda weiterfahren, hofft aber für 2018 auf zwei Plätze und wird dann schauen, mit welchem Hersteller sich das beste Paket schnüren lässt. Vielleicht ergibt sich dann eine Partnerschaft mit einem Werk wie Aprilia.

Bei Aprilia und Teaminhaber Fausto Gresini entstand aber noch ein anderer Plan: Stefan Bradl könnte für 2017 im Gresini-Moto2-Team den Platz von Sam Lowes auf der Kalex übernehmen und bei Aprilia Racing gleichzeitig einen zweiten Vertrag als Edel-Testfahrer unterschreiben.

Aber solange Stefan Bradl Aussichten auf einen Werksvertrag in der Superbike-WM hat, kommt so ein Deal für den Moto2-Weltmeister von 2011 nicht in Frage. «Ich habe keine grosse Lust, für meine Nachfolger Sam Lowes und Aleix Espargaró das MotoGP-Motorrad zu entwickeln», liess der 26-jährige Bayer durchblicken. Verständlich.

In der Moto2-WM bieten sich weitere Möglichkeiten an, zum Beispiel bei Dynavolt Intact GP, wo Ersatz für Jonas Folger gesucht wird. Und bei Marc VDS Racing wird überlegt, ob Alex Márquez für eine dritte Moto2-Saison behalten wird, Franco Morbidelli ist dort hingegen fix.

«Ich würde gern bis zum Sachsenring-GP einen neuen Vertrag abschliessen», hat sich Bradl vorgenommen.

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