MotoGP: Was bleibt von über 300 PS übrig?

Erreichte Lorenzo Savadori mit der Aprilia zu wenig?

Von Kay Hettich
Aprilia verhalf seinem Superstock-1000-Champion Lorenzo Savadori zum Aufstieg in die Superbike-WM. Der Italiener überzeugte mit der pfeilschnellen RSV4 phasenweise, patzte aber auch häufig.

Mit Platz 10 und 150 WM-Punkten könnte ein Superbike-Rookie eigentlich zufrieden sein... doch nicht jeder Neueinsteiger hat in seinem ersten Jahr ein Motorrad wie das von Lorenzo Savadori zur Verfügung: Die Aprilia RSV4, das Weltmeistermotorrad von 2010, 2012 und 2014 und mit dem Max Biaggi (18), Chaz Davies (1), Eugene Laverty (10), Marco Melandri (6) Sylvin Guintoli (6), Leon Haslam (2) und Jordi Torres (1) seit 2009 insgesamt 44 Laufsiege in der Superbike-WM einfahren konnten.

Und was erreichte Savadori? Zwei vierte Plätze in Misano und Magny-Cours waren seine Highlights, 14 Rennen beendete der 23-Jährige in den Top-10, 20x kreuzte er in den Punkten die Ziellinie.

Sicher wäre für den Superstock-1000-Champion von 2015 mehr drin gewesen. Vier Rennstürze in Misano (Lauf 1), in Laguna Seca (Lauf 2) sowie ein Totalausfall auf dem Lausitzring haben einen möglichen siebten Gesamtrang 7 gekostet. Immerhin: Der in Cesena geborene Italiener brachte sein Motorrad nach jedem Ausrutscher dennoch ins Ziel, wenn auch außerhalb der Top-15.

Auch bei den letzten Saisonmeetings 2016 in Jerez (P13/P10) und Katar (P10/P12) holte der Aprilia-Pilot sicher nicht das Maximum aus seinen Möglichkeiten heraus.

Dennoch hinkt der Vergleich mit den Ergebnissen früherer Jahre: Seit sich Aprilia nach der Saison 2014 werksseitig aus der Superbike-WM zurückzog, erfuhr die RSV4 keine wesentliche Weiterentwicklung. Auch für IodaRacing war das Superbike und die Superbike-WM an sich Neuland.

2017 kann Savadori im Milwaukee Aprilia Werksteam beweisen, was er in der vergangenen Saison gelernt hat.

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