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Deutsche Langbahn-Solisten: Nur zwölf bleiben übrig​

Von Rudi Hagen
Fabian Wachs und Daniel Spiller gehören zu dem Dutzend deutscher A-Lizenz-Solisten auf der Langbahn

Fabian Wachs und Daniel Spiller gehören zu dem Dutzend deutscher A-Lizenz-Solisten auf der Langbahn

Für die kommende Langbahn-Saison wollen zwölf deutsche Solisten mit A-Lizenz an offenen Rennen und möglichen Prädikaten teilnehmen. Welche Pläne, welche Ziele haben sie?

Wie ist es um die deutsche Langbahn-Elite bestellt? 2024 stellten DMSB-Lizenznehmer den Welt- und Vize-Weltmeister sowie das siegreiche Team im Wettbewerb Longtrack of Nations. Aber wie ist die deutsche Langbahnszene bei den Solisten in der Breite aufgestellt?

Christian Hülshorst (47) vom AMSC Lüdinghausen beendete seine Karriere beim letzten Himmelfahrtsrennen vor heimischer Kulisse. Julian Bielmeier (23) vom BBM München hörte Mitte der Saison aus privaten Gründen auf. David Pfeffer (27) vom MSC Berghaupten ist aus beruflichen Gründen nicht mehr dabei und Marcel Dachs (37) aus Weingarten konnte schon die ganze letzte Saison krankheitsbedingt nicht mehr fahren. Michael Härtel (27) vom MSC Dingolfing und Max Dilger (35) aus Lahr sind nach Verletzungen immer noch nicht fit, beziehungsweise ringen um ihre Gesundheit.

Wer fährt in der kommenden Saison von den deutschen Solisten in der Internationalen Lizenzklasse? Wie erging es ihnen 2024 und was erwarten sie für die kommende Saison? SPEEDWEEK.com fragte nach.

# 84 Martin Smolinski (40, Olching), MSC Abensberg:

Martin Smolinski wurde im vorigen Jahr zum dritten Mal Weltmeister auf der Langbahn und auch zum vierten Mal Deutscher Meister. Der 40-jährige Olchinger legt sein Hauptaugenmerk für 2025 auf die Langbahn-WM, wo er den Hattrick anpeilt, aber auch offene Rennen fahren will. Smoli: «Die Fans wollen mich ja sehen, aber da suche ich mir raus, wo ich fahre. Mir geht es vor allem um gute Veranstaltungen, die mir und meinem Team Spaß machen.»

#125 Lukas Fienhage (25, Virazeil/F und Lohne), AC Vechta:

Lukas Fienhage vom AC Vechta blickt ebenfalls auf eine sehr erfolgreiche Saison 2024 zurück. «Ich bin mit zwei GP-Siegen und dreimal Platz 3 Vize-Weltmeister auf der Langbahn geworden, wobei mir in der Endabrechnung nur ein bisschen Glück zum Titel gefehlt hat. Und dann haben wir bei der Team-WM einen souveränen, eindeutig dominanten Auftritt hingelegt. Zudem konnte ich einen guten dritten Platz bei der Grasbahn-EM einfahren und mir im Semifinale sogar den Silberhelm in Bielefeld sichern, worauf ich echt stolz bin. Im Speedway konnte ich mit dem MSC Cloppenburg den Speedway Team Cup gewinnen und mit dem Club Morizès in Frankreich die Meisterschaft verteidigen. Ich denke, das kann sich sehen lassen.» Der in Südfrankreich lebende 25-Jährige peilt für die kommende Saison Doppel-Gold, also Platz 1 in der Solo- und der Team-WM an.

#15 Erik Riss (29, Bad Wurzach), MSV Herxheim:

Erik Riss kam im Vorjahr nur auf drei Langbahnrennen. «Das erste war in Herxheim mit einer Wildcard beim Grand Prix, was eher enttäuschend für mich verlief, da ich dreimal technische Probleme hatte. Ich habe da trotzdem bis ins Finale geschafft, bin dann aber wieder ausgefallen. Das nächste Rennen war der Challenge in Mühldorf, der mir sehr wichtig war. Da lief dann auch alles gut, bis auf einen Lauf, wo ich wieder mit der Technik zu kämpfen hatte. Doch letztlich habe ich das Rennen gewonnen und mich für die WM 2025 qualifiziert, was mein Ziel war.» Über den Winter hat der Oberschwabe bei Anton Nischler in zwei weitere Motoren investiert und auch schon fleißig trainiert. Seine Ziele formuliert Riss so: «Ich möchte auf jeden Fall um Gold in der Langbahn-WM kämpfen und mit Deutschland wieder Gold in der Team-WM holen. Ich würde zudem gerne ein paar offene Rennen fahren, wenn es in meinen Terminkalender passt.»

#42 Stephan Katt (45, Neuwittenbek), MSC Mühldorf, MSC Schwarme:

Stephan Katt hatte bis zu seinem Sturz in Berghaupten und dem damit vorzeitigen unfreiwilligen Saisonende eine, wie er sagte, «super geile Saison». Der Schleswig-Holsteiner profitierte von der sehr guten Teamarbeit und der Motivation, die er daraus geschöpft habe. Für die kommende Saison stehen die Grands Prix für die Langbahn-WM ganz oben auf seiner Agenda. Katt: «Endlich bin ich wieder dabei, darüber freue ich mich riesig. Ganz nach vorne zu fahren ist in der Weltmeisterschaft natürlich ein ganz, ganz schwieriges Unterfangen. Da gehört auch viel, viel Glück dazu.»

#50 Daniel Spiller (26, Vilsheim), MSV Herxheim:

Daniel Spiller crashte beim Grasbahnrennen in Berghaupten mit Stephan Katt. Wie für den Norddeutschen war auch für den 26-jährigen Vilsheim damit die Saison zu Ende. Spiller musste danach vor allem an seinem Rücken arbeiten und intensiver trainieren als sonst, um die gewohnte Stabilität und Stärke wiederzuerlangen. 2025 wird für ihn das erste Jahr als vollwertiger WM-Fahrer sein. Um auch optisch gut auszusehen, hat man sich schon mal neue Teamkleidung und Anzüge ausgesucht. Auch fahrerisch sieht sich Spiller nicht schlecht aufgestellt. «Wir wissen, dass das Fahrerfeld sehr stark sein wird, jedoch wissen wir auch, dass wir sehr gut mithalten können. Wünschenswert wäre nach meiner Debütsaison 2025 ein Erhalt in der WM für 2026, wobei eine Qualifikation durch das Erreichen der Top 6 in meiner ersten vollen WM-Saison natürlich nicht einfach sein wird.»

#267 Mario Niedermeier (23, Langquaid), MSC Abensberg:

Für Mario Niedermeier geriet die letzte Saison aus familiären Gründen und einem Sturz in Hertingen mit daraus resultierenden Rücken- und Schulterverletzungen relativ kurz. «Das war zeitlich ziemlich schlecht, so kurz vor der U23 WM in Vechta», sagte der Niederbayer dazu, «Vechta war dann für mich persönlich und körperlich sehr schlimm, aber mit viel Physiotherapie und Zähne zusammenbeißen haben wir das Rennen durchgezogen.» Die Vorbereitung auf die kommende Saison bedeutete für ihn Fitnesstraining und Werkstatt. Seine Motorräder sind neu und top präpariert. Niedermeier wünscht sich die Teilnahme am WM-Challenge, Wildcards für die Grands Prix und die EM-Qualifikation.

#405 Fabian Wachs (26, Werlte), MSC Hümmling Werlte:

Fabian Wachs wurde 2024 bei der EM-Qualifikation in Bielefeld Siebter und sicherte sich dadurch die Teilnahme am EM-Finale in Tayac (F). Dort lief es allerdings nicht besonders für den Emsländer. Ursachen waren schwache Starts und ein Ausfall im C-Finale. Auch bei der DM in Hertingen sorgte ein Ausfall für Verdruss. Jetzt schaut man im Team nach vorne. Wachs: «Als Ziel für die neue Saison habe ich mir einen Platz unter den ersten Fünf der DM gesteckt. Und ich möchte mich für das EM-Finale qualifizieren. Zudem hoffe ich, mich über den Challenge für die Langbahn-WM 2026 qualifizieren zu können.»

#677 Timo Wachs (21, Werlte), MSC Hümmling Werlte:

Timo Wachs fuhr 2024 seine erste Saison mit einer A-Lizenz. «Das lief relativ gut» ,so der jüngere Bruder von Fabian Wachs, «natürlich gab es ein paar Höhen und Tiefen, aber daran versuche ich zu feilen. Zur Saisonvorbereitung habe ich viel Sport und Ausdauertraining gemacht und die Maschinen neu aufgebaut. Ich möchte so viele Rennen fahren wie möglich und auch an EM- und WM-Läufen teilnehmen.»

#21 Jörg Tebbe (45, Dohren), MSC Dohren:

Jörg Tebbe wollte 2024 in seinem 30. Jahr im Bahnsport eigentlich seine letzte volle Saison fahren. Doch dann kam der Sturz in der Fahrerlagerkurve in Plattling, wo er sich mit dem Finnen Tero Aarnio verhakt hatte und in die Bande geknallt war. Mit Brüchen am linken Schlüsselbein, rechten Oberarm und am Kiefer war die Saison für den Dohrener vorbei. So wollte sich aber nicht aus dem aktiven Sport verabschieden. Mittlerweile ist er körperlich wieder zu hundert Prozent fit und geht nun in sein 31. Jahr als Rennfahrer. Zur Saisonvorbereitung waren wir in Spanien, um beim Motocross wieder in Schwung zu kommen. Sein erstes Rennen in diesem Jahr bestreitet Tebbe am 12. April in der Speedway Liga Nord auf dem Eichenring in Dohren.

#34 Jens Benneker (36, Wagenfeld), MSC Heidering Wagenfeld, AMSC Lüdinghausen:

Für Jens Benneker verlief die Saison 2024 aus seiner Sicht «ganz gut». In Lübbenau wurde er Dritter und auf seiner Heimbahn in Lüdinghausen erreichte er das Finale, fiel da aber aus. Bei der Dutch Open in den Niederlanden war Benneker zweimal am Start. «Die Deutsche Meisterschaft in Hertingen konnte ich leider nicht mitfahren», bedauert der gebürtige Westfale, «es war anfangs ein anderer Termin ausgeschrieben, dafür hatte ich mir schon frühzeitig auf der Arbeit freigenommen. Den neuen Termin konnte ich dann nicht mehr wahrnehmen. Das war schade.» Seine Ziele für 2025 sind «auf jeden Fall gesund zu bleiben und möglichst viele Rennen zu fahren.» Und auch bei der Deutschen Langbahn-Meisterschaft am 27. Juli im niedersächsischen Schwarme will Jens Benneker dabei sein.

#35 Dominik Werkstetter (26, Zeilarn), MSC Zeilarn:

Dominik Werkstetter gewann 2024 auf seiner Heimbahn in Pfarrkirchen den Bahnpokal und startet fortan mit einer A-Lizenz in der Internationalen Lizenzklasse. «Bis auf einen Sturz in Melsungen, bei dem ich mir die Sprunggelenke gestaucht habe, bin ich komplett verletzungsfrei geblieben und habe die Ziele, die ich mir gesetzt habe, erreicht», so der Niederbayer rückblickend. Ziel für Werkstetter ist es jetzt vorrangig, möglichst viele Startverträge zu bekommen. Und: «Schön wäre es natürlich, wenn ich an der Deutschen Langbahnmeisterschaft teilnehmen könnte.»

#55 Tom Lamek (31, Rinteln), MSC Eichenring Scheeßel:

Tom Lamek kehrt nach Jahren der Pause wieder auf die Rennbahn zurück. Mittlerweile in Rinteln im Schaumburger Land lebend und arbeitend, hat der Familienvater schon länger an ein Comeback gedacht. Lamek: «Ja, ich möchte dieses Jahr wieder Rennen fahren. Ich habe lange überlegt, viel mit meiner Familie gesprochen und mich letztendlich nach ein paar Trainings im letzten Jahr dafür entschieden, es noch einmal zu versuchen.» Technisch werde ich mit Stuha Fahrgestellen und überwiegend GM-Motoren unterwegs sein. Wir freuen uns sehr auf die bevorstehende Saison, in erster Linie hoffe ich natürlich gesund zu bleiben.»

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