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Marco Bezzecchi: «Es ist schwer, Talente zu finden»

Von Stephan Moosbrugger
Marco Bezzecchi

Marco Bezzecchi

Marco Bezzecchi (Aprilia) ist einer der erfolgreichen Fahrer der VR46 Riders Academy, die sich in der MotoGP-WM etablieren konnten. Doch wie sieht es mit dem Akademie-Nachwuchs von Valentino Rossi aus?

Die VR46 Riders Academy ist seit einigen Jahren mit vier Fahrern in der MotoGP-WM vertreten. Pecco Bagnaia gewann in den Jahren 2022 und 2023 den Titel, Franco Morbidelli wurde 2020 Vize-Weltmeister und Marco Bezzecchi 2023 WM-Dritter. Luca Marini erlebte 2024 ein katastrophales Jahr im HRC-Werksteam – mit der unterlegenen Honda war er chancenlos. Im Jahr davor war der Halbbruder von Valentino Rossi mit Ducati noch Achter in der Gesamtwertung.

Die erfolgreiche Nachwuchsarbeit der Akademie von MotoGP-Ikone Rossi ist unbestritten. Für 2025 gelang ein weiterer Schritt – Bezzecchi sicherte sich einen Platz im Werksteam von Aprilia. «Die Arbeit, welche die Akademie seit 2013 macht, ist fantastisch. Es ist sehr gut, dass jetzt drei von vier Fahrern der Akademie für MotoGP-Werksteams fahren», betonte «Bez».

Ziel der VR46-Akademie ist es, junge italienische Talente zu fördern und sie in die MotoGP zu bringen. Dort sollen sie in einem Werksteam um Siege und Titel kämpfen und es ihrem Idol «Vale» gleichtun. Fünf Jahre ging Bezzecchi für VR46 an den Start – zwei in der Moto2-WM und drei in der MotoGP. Im Aprilia-Werksteam wird er 2025 an der Seite von Weltmeister Jorge Martin versuchen, Top-Platzierungen einzufahren. «Ich konnte eine perfekte Entwicklung durchmachen – mit den VR46-Teams in der Moto2 und der MotoGP und jetzt folgt der nächste Schritt in einem Werksteam», meinte er.

Bagnaia, Morbidelli, Marini und Bezzecchi sind in der MotoGP eine feste Größe, sie gelten schon lange nicht mehr als Nachwuchsfahrer. In Sachen Akademie-Nachwuchs sieht es derzeit etwas bescheiden aus. Celestino Vietti gilt als vielversprechendes Talent – er erzielte in der Motorrad-Weltmeisterschaft bislang neun Siege, für den WM-Titel fehlte ihm jedoch stets die Konstanz. Für mehr als einmal Platz 5 (Moto3) und zweimal Rang 7 (Moto2) in der Gesamtwertung reichte es nicht. 2025 wird der 23-Jährige bereits seine fünfte Saison in der mittleren Kategorie bestreiten. Die VR46-Akdademie-Piloten Andrea Migno (29) und Niccolo Antonelli (28) konnten in ihrer Karriere bislang auch keine herausragenden Ergebnisse erzielen. Beide scheinen in der Motorrad-WM nicht mehr in der Startaufstellung auf.

Ist es um den Akademie-Nachwuchs schlecht bestellt? «Es ist schwer, in Italien Talente zu finden, denn Motorradrennen zu fahren ist ein harter Sport und es ist schwer, ein Top-Level zu erreichen, wenn dir deine Familie nicht dabei helfen kann», räumte Bezzecchi ein. «Das ist die Aufgabe der Akademie, sie versuchen junge Talente zu finden. Aber wie es dabei läuft, weiß ich nicht. Da muss man Valentino fragen.»

Anfang 2024 ist Matteo Gabarrini, der Sohn von Pecco Bagnaias Crew-Chief Cristian Gabbarini, neu zur VR46-Akademie dazugestossen. Im letzten Jahr fuhr der 15-Jährige im European Talent Cup mit und belegte in der Gesamtwertung den 28. Rang. Eine neue «goldene Generation» wie die vier italienischen MotoGP-Piloten, die um Siege und Titel kämpfen, ist derzeit jedenfalls nicht in Sicht.

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