Aprilia-Pilot Bezzecchi: «Mache mich nicht verrückt»

Erstmals mit der Aprilia in Austin unterwegs: Marco Bezzecchi
Aprilia-Werksfahrer Marco Bezzecci hat sich von der großen Niederlage in Argentinien erholt. «Bezz», der durch seinen Fehler nach dem Start zum Großen Preis in Las Termas sein Rennen zu einem harten Ende gebracht hatte und zugleich Yamaha-Ass Quartararo von der Ideallinie geschubst hatte, war bei der heißen Aktion ohne Verletzungen davongekommen.
Der Lockenkopf aus Rimini ist sich der großen Bedeutung Austins für Aprilia bewusst. In Austin war es seinem neuen Team gelungen, die Siegesserie von Ducati 2024 einmalig zu unterbrechen. Somit sind 12 Monate seit dem letzten Erfolg einer Nicht-Ducati vergangen. Bezzecchi: «Es ist auf der einen Seite ein gutes Gefühl im Hinterkopf, aber dieses Jahr ist es doch sehr anders. Es hat sich viel getan – auch an der Strecke, die in zwei Bereichen neu asphaltiert wurde.»
Bezzechi führt vor der ersten Ausfahrt mit der RS-GP in Austin weiter aus: «Die Karten sind neu gemischt und ich werde mich sicher nicht verrückt machen lassen – bevor ich das erste Mal auf die Strecke gehe. Darauf bin ich wirklich extrem gespannt und sehr neugierig, wie sich das Bike mit mir hier auf der sehr speziellen Strecke verhalten wir.»
«Bezz», der nach vier Wettfahrten und nach dem Sturz von Las Termas nur an neunter Stelle der Tabelle – noch hinter Rookie Ai Ogura liegt– wirft einige Gedanken auf den Tisch: «Bislang war das Gefühl für das Vorderrad des Bikes überragend und das dürfte auch hier bei den reichlich harten Bremspunkten sehr positiv sein. Entscheidend ist aber auch das Handling. Im ersten Teil der Strecke, bis zu Kurve 10, geht es permanent hin und her. Dort wird es besonders spannend, das Motorrad erstmals zu erleben.»
Und wie wohl fühlt sich der Neuzugang bei Aprilia Racing nach den ersten beiden MotoGP-Veranstaltungen? Bezzecchis Antwort ist eindeutig: «Das Gefühl auf dem Motorrad ist bereits sehr gut und auch das Tempo über viele Runden passt dazu. Ich bin nach dieser Zeit sehr zufrieden. Nicht happy bin ich aber mit der Leistung bei den Attacken auf eine Runde. Bei beiden Events ist es uns nicht gelungen, hier Fortschritte zu machen. Von Freitag auf Samstag sind wir nicht weitergekommen – die Konkurrenz aber schon. Die größte Aufgabe ist es, dann, wenn es darauf ankommt, richtig schnell zu sein.»
2023 bewies der Italiener mit Startplatz 5, damals auf der VR46-Ducati, dass er in Austin sehr wohl alle Energie in eine gute Quali-Runde stecken kann. 2024 reichte es immer noch für einen Platz im Q2 und der achte Platz beim letzten US-GP zählte in der sehr durchwachsenen Saison Bezzecchis zu den positiven Zielankünften.
Innerhalb des Teams fehlt auch in Texas der Referenzpunkt «Jorge Martin». Zwar hat sich der verletzte Weltmeister als Besucher angesagt, doch am Ende wird der Italiener auch in den USA wieder gegen sich selbst antreten. In der Nachbargarage steht dazu ein noch unbedarfter Ai Ogura, der seinem privaten Trackhouse-Aprilia-Team vor US-Publikum erneut Geschenke machen will.