Stefan Bradl: «Die letzten Jahre zu kurz gekommen»

ServusTV-Experte Stefan Bradl (re.) mit SPEEDWEEK.com-Chefredakteur Ivo Schützbach
Zwölf ausgewählte Events der Premium-Klasse des Motorrad-Rennsports wurden 2024 in Deutschland auf DF1 im linearen TV live übertragen; digital waren diese Rennen bei den Streamingdiensten ServusTV On sowie Red Bull TV zu sehen, die auch auf jedem modernen TV-Gerät geschaut werden können. Von den restlichen Meetings gab es Zusammenfassungen.
In diesen kostenlosen Genuss kommen die Fans in Deutschland auch 2025, der Live-Sendeumfang auf DF1, ServusTV On sowie Red Bull TV bleibt identisch. Der MotoGP-Kalender 2025 umfasst 22 Veranstaltungen. Welche davon gezeigt werden, haben wir in der untenstehenden Liste fett markiert – der Auftakt in Thailand an diesem Wochenende zählt nicht dazu. Im heimischen Markt Österreich werden hingegen sämtliche Events live, gratis und in HD im Fernsehen und online übertragen.
ServusTV hat sich über die Jahre mit qualitativ hochwertigen, umfangreichen, kompetenten und unterhaltsamen Übertragungen unter den MotoGP-Fans einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Am Erfolgsrezept und der Crew wird 2025 festgehalten. Als Kommentatoren kommen die routinierten Christian Brugger und Philipp Krummholz zum Einsatz, als Moderatoren Alina Marzi und Eve Scheer. Geballtes Experten-Wissen steht mit Alex Hofmann, Stefan Bradl, Sandro Cortese und Gustl Auinger zur Verfügung.
«Geplant ist, dass ich zu der Hälfte der Rennen komme, also zu elf», erzählte Bradl beim Treffen mit SPEEDWEEK.com in Buriram. «Die andere Hälfte teilen sich Gustl und Sandro. Da ich dieses Jahr besser verfügbar bin, weil ich von meinem Hauptjob als Honda-Testfahrer ein bisschen mehr Freiheiten habe, macht ServusTV Gebrauch davon.»
Und ergänzte grinsend: «Ich bin die vergangenen drei Jahre ja auch zu kurz gekommen, was ServusTV betrifft – ich muss ein bisschen was aufholen. Wenn es geht, vermeide ich es Überseerennen zu machen, aber es kommt auf die Umstände an. Das erste Rennen mache ich natürlich gerne, für ServusTV zu berichten und da zu sein macht auch Spaß. Ich hatte sieben Jahre als Testfahrer, in denen ich auch noch Rennen fuhr. Speziell die vergangenen zwei waren unglaublich intensiv. Aus fahrerischer Sicht bin ich jetzt deutlich entlastet und mit ServusTV bin ich auch nicht voll am Anschlag. Es ist auch mal gut ein Jahr zu haben, in dem man ein bisschen zum Durchschnaufen kommt. Für mich passt das Konzept dieses Jahr auf alle Fälle.»
Wie fühlt es sich für Stefan an, wenn er am einen Tag als Testfahrer arbeitet und dann die Seiten wechselt und über die Fahrer und Hersteller urteilen soll? «Mein erstes Rennen mit ServusTV machte ich 2017, das ist für mich also keine neue Situation», hielt der 35-Jährige fest. «Damals fuhr ich Superbike-WM und begleitete die MotoGP mit ServusTV bei zwei oder drei Rennen als Experte. Dann hat sich das eingespielt und es wurde immer mehr. Wer mich kennt, der weiß, dass ich sehr oft das sage, was ich denke. Das kommt vielleicht nicht bei jedem immer gut an, weil hin und wieder ist auch Kritik dabei. Aber ich kann Kritik auch einstecken und damit umgehen, deshalb lasse ich mich auch nicht verstellen. Mit diesem Modus möchte ich auch weitermachen. Es wird zurecht gelobt und auch zurecht kritisiert. Dass man als TV-Experte keine Glaskugel hat und nicht immer alles voraussehen kann, ist logisch. Mir macht es Spaß und ich glaube auch, dass ich dem Zuschauer ein paar Details ganz gut erklären kann.»
Die technische Entwicklung in der MotoGP schreitet rasant voran, wann verliert ein ehemaliger Rennfahrer da den Anschluss? «Näher rankommen tust du nicht, je weiter du wegkommst», ist für Bradl klar. «Wenn es ins Technische geht, weil ich bei Honda nahe dran bin, verstehe ich das relativ gut. Ich rede viel mit den Fahrern und kann mich in sie hineinversetzen. Wenn du selbst nie ein MotoGP-Motorrad gefahren bist, dann kannst du den Sport beurteilen und vielleicht den Fahrer, aber bei der Technik wird es sehr komplex. Mit den Fahrhilfen und der Elektronik ist es komplex und auch schwierig rüberzubringen, so dass es Otto-Normal-Verbraucher versteht. Wie es sich anfühlt, wenn die Traktionskontrolle einsetzt, das weiß nur ein Freak, der mit seiner Supersport-Maschine auf der Rennstrecke fährt. Manchmal ist es echt schwierig, das auf Deutsch zu machen, weil in diesem Thema normal nur Englisch geredet wird.»
MotoGP-Kalender 2025:
28. Februar–2. März – Thailand, Buriram
14.–16. März – Argentinien, Termas de Rio Hondo
28.–30. März – USA, Austin
11.–13. April – Katar, Doha
25.–27. April – Spanien, Jerez de la Frontera
09.–11. Mai – Frankreich, Le Mans
23.–25. Mai – England, Silverstone
06.–08. Juni – Spanien, Aragon
20.–22. Juni – Italien, Mugello
27.–29. Juni – Niederlande, Assen
11.–13. Juli – Deutschland, Sachsenring
18.–20. Juli – Tschechien, Brünn
15.–17. August – Österreich, Spielberg
22.–24. August – Ungarn, Balaton
05.–07. September – Spanien, Barcelona
12.–14. September – Italien, Misano
26.–28. September – Japan, Motegi
03.–05. Oktober – Indonesien, Mandalika
17.–19. Oktober – Australien, Phillip Island
24.–26. Oktober – Malaysia, Sepang
07.–09. November – Portugal, Portimao
14.–16. November – Spanien, Valencia
Fett markiert wird in Deutschland live übertragen