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Maurizio Arrivabene: Ferrari mit falscher Mentalität?

Von Mathias Brunner
Maurizio Arrivabene

Maurizio Arrivabene

​Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene lobt die Mentalität von Weltmeister Mercedes: «Für Mercedes sind erste Plätze kein Ereignis, sondern Gewohnheit. So muss das in der Zukunft auch für uns sein.»

Ferrari hat aus der Saison 2017 fünf Pole-Positions geholt und fünf GP-Siege obendrein, aber die WM-Titel bei Fahrern und Marken sind den Italienern durch die Finger geschlüpft. Zur Mitte des Jahres schien Sebastian Vettel auf WM-Kurs zu segeln, aber die Asien-Tournee der Formel 1 im Spätsommer und Herbst brach seinen WM-Hoffnungen das Genick: Crash kurz nach dem Start in Singapur, Motorprobleme in Malaysia, daher Start von ganz hinten und nur Vierter, Ausfall wegen einer defekten Zündkerze in Japan. Da spielte die Kollision mit Lewis Hamilton in Mexiko dann auch keine Rolle mehr.

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene fällte im Rahmen des WM-Finales von Abu Dhabi ein gnadenloses Urteil: «Wir dürfen uns über den Aufwärtstrend freuen. Aber Fakt bleibt, dass wir nicht gut genug waren, um den WM-Titel zu gewinnen.»

Seit November 2014 steht Maurizio Arrivabene (60) am Steuer des berühmtesten Rennstalls der Welt. Seine Truppe erreichte 2017 schöne Fortschritte – bei den meisten Grands Prix des Jahres kämpfte Sebastian Vettel auf Augenhöhe mit Lewis Hamilton.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff sagt über die Rivalen aus dem Süden: «Ferrari ist eine fabelhafte Marke und seit Urzeiten in der Formel 1. Die Marke ist von viel Leidenschaft und Emotionen umgeben. Diese Passion spürst du auf dem Rennplatz auch von der ganzen Ferrari-Mannschaft. Ich habe den allergrössten Respekt vor diesem Team – Ferrari ist ein formidabler Gegner.»

Ferrari-Teamchef Maurizio gab das Kompliment so zurück: «Wenn du ein Team nicht respektierst, das vier WM-Titel in Folge gewonnen hat, wen dann? Für mich liegt ihre grosse Stärke in der Organisation.»

Aber der Italiener wittert bei Mercedes-Benz auch eine andere Mentalität als bei Ferrari: «Vielleicht ist es auch die Gewohnheit zu gewinnen, die den Unterschied ausmacht. Manchmal holst du eine Pole-Position, und das wird zu einer grossen Sache. Aber Pole-Positions sollten für uns kein Ereignis sein, sondern Gewohnheit werden. Vorne zu liegen, im Abschlusstraining wie im Rennen, das sollte das natürliche Ergebnis unserer Arbeit werden.»

«Ich sehe die Saison wie ein Glas Wasser. Zur Mitte der Saison war das Glas mit Erfolgen halb gefüllt. Leider haben wir dann zum Schluss der Saison hin das restliche Wasser dazu gebraucht, um Kopfschmerztabletten aufzulösen! Wir haben gut gearbeitet. Wir haben nie aufgegeben. Das sind für mich die positiven Aspekte. Aber die Dinge sind nicht zu unseren Gunsten gelaufen. Mercedes hat verdient gewonnen.»

«Unsere Zahlen bestätigen einen Aufwärtstrend, aber es ist nicht wegzureden – letztlich haben wir beide Titel verpasst. Also müssen wir uns noch mehr anstrengen. Wir wissen, was wir für die Zukunft tun müssen.»

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